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Kathi Müller 4

Heute stellen wir Euch vor: Katharina Müller, Mitarbeiterin in unserer Werkstattgruppe „Medienschmiede“ und Vorsitzende der neuen Bundesvertretung (BV) des bvkm. (Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V.). Katharina ist mit einer Spastischen Zerebralparese auf die Welt gekommen. Sie hat eine Sprachbehinderung und sitzt im Rollstuhl. Sie ist eine fröhliche, starke und selbstbewusste junge Frau. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt:

Welche Herausforderungen hast Du im Alltag und wie meisterst Du diese?

Meine Herausforderung ist meine Sprachbehinderung, denn ich werde nicht immer von jedem verstanden. Ich kann mich aber immer irgendwie verständlich machen. Ich habe auch festgestellt, dass es auf das Gegenüber ankommt, ob es mich verstehen will oder kann. Ich finde es jetzt in der Corona-Zeit ziemlich anstrengend, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, weil man mich dadurch noch schlechter versteht. Es ist anstrengend mit der Maske rum zu fahren oder sie ständig auf- und abzusetzen. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran.

Wie ist Dein Werdegang und was machst Du aktuell?

Ich komme aus dem schönen Südthüringen, aus einer kleinen Stadt namens Schalkau. Mit elf Jahren bin ich von Zuhause in das Internat der Körperbehindertenschule nach Erfurt gekommen. Nach meinem Realschulabschluss dort bin ich 2007 in München gelandet. Dort habe ich eine Ausbildung zur Bürokraft am ICP (Integrationszentrum für Cerebralparese) absolviert. Nach der Ausbildung bin ich in München geblieben und habe mich dadurch für ein selbstbestimmtes Leben entschieden. Aktuell wohne ich zusammen mit meinem Mann auf dem Gelände der Stiftung Pfennigparade in einer eigenen Wohnung. Wir haben uns vor zwei Jahren frei trauen lassen. Wir werden von einem Pflegedienst im Alltag unterstützt, der dort auch seinen Sitz hat. Seit 2012 arbeite ich in der Pfennigparade WKM. Dort war ich zunächst sechs Jahre lang im Datenservice. Vor eineinhalb Jahren bin ich zur Medienschmiede gewechselt, die auch zur Pfennigparade WKM gehört. In der Medienschmiede produzieren wir Videos und pflegen Webseiten. Digitale Barrierefreiheit ist für uns sehr wichtig, deshalb bekommen z.B. Fotos von uns passende Alternativtexte und Videos werden untertitelt.

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Was gefällt Dir an Deinem Job und an Deinem Arbeitsumfeld in der Medienschmiede?

Mir gefällt die Abwechslung meiner Aufgaben. Auch das Arbeitsklima ist gut. Wir arbeiten alle in einem Team und das gefällt mir.

Was machst Du gerne in Deiner Freizeit?

Ich fahre in meiner Freizeit gerne Fahrrad, spiele Boccia beim ICP München und nehme auch an Qualifikationen und Meisterschaften teil. Ich bin zudem Mitglied beim CBF München und Region e.V. (Club Behinderter und ihrer Freunde). Wir treffen uns einmal in Monat zum Stammtisch und gehen einmal im Monat Wandern. Ich bin gerne in der Natur unterwegs und reise gerne.

Seit letztem Jahr bist Du Vorsitzende der neuen Bundesvertretung (BV) des bvkm.. Warum engagierst Du Dich in diesem Bereich und was möchtest Du anderen mit auf den Weg geben?

Mir macht es Spaß, mich mit und für andere einzusetzen. Durch die Neuwahlen letztes Jahr ist ein frischer Wind in die Bundesvertretung gekommen. Es ist spannend von anderen zu hören, auf was sich ihre Vereine spezialisieren und wie sie das Vereinsleben gestalten. Damit möchte ich andere Menschen mit Behinderung ermutigen, dass jeder – auch sie –etwas zur Gesellschaft beitragen kann.

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Was geht immer?

Spaß am Leben haben und unterwegs sein! Mein Motto: Meine Sprachbehinderung ist kein Hindernis etwas zu erreichen.

Was geht gar nicht?

Wenn man von anderen Menschen, die einen nicht kennen, behandelt wird, als wäre man nicht zu irgendetwas in der Lage. Sprachbehinderung bedeutet nicht gleich, dass man dumm oder geistig behindert ist. Die Gesellschaft akzeptiert immer noch nicht, dass zwei Rollstuhlfahrer ein Paar sind. Das ist meinem Mann und mir gegenüber manchmal nervig. Wir sind auch nur Menschen, wir haben doch nur einen fahrbaren Untersatz.