FRÜHER ist alles BESSER – die Hintergründe unserer neuen Kampagne

Mädchen schiebt Jungen im Rollstuhl

Pünktlich zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, dem 3. Dezember, möchten wir gerne unsere neue Kampagne „FRÜHER ist alles BESSER“ vorstellen, mit der wir gezielt die Inklusion ab dem Kindesalter stärken. Ab Januar erweitern wir unsere Onlinekampagne dann durch eine großangelegte Plakataktion an Bus- und Tramhaltestellen im gesamten Münchner Raum. Im Mittelpunkt stehen drei Freundschaften von Kindern und Jugendlichen jeweils mit und ohne Behinderung. „Edda und Josef“, „Helena und Lars“ und „Mia und Taleah“ sind jeweils beste Freunde und scheren sich kein bisschen um Einschränkungen. Sie spielen zusammen Basketball, fahren Wettrennen, gehen auf den Spielplatz oder ins Theater, helfen sich bei Schulaufgaben, feiern oder hängen miteinander ab. Diese Selbstverständlichkeit ist die Maßgabe für eine offene, tolerante Gesellschaft, in der Unterschiede keine unüberwindbaren Hürden bilden, sondern Gemeinsamkeiten zählen. Unser Ziel der Kampagne ist es unsere Vision einer Inklusion von Anfang an zu unterstreichen, die in eine wirklich inklusive Gesellschaft mündet.

„Edda und Josef“ sind beste Freunde und gehen in die erste Klasse

Edda und Josef heißen die beiden jüngsten Protagonisten. Sie gehen in die erste Klasse unserer inklusiven Ernst-Barlach-Schule und sind natürlich beste Freunde. Josef hatte mit anderthalb Jahren einen schweren Autounfall und ist seither vom 5. Halswirbel an querschnittsgelähmt. Er spielt begeistert Basketball und trainiert im Universitäts-Sportclub München. Josefs Familie geht offen mit dem Thema um: „Im Kindergarten der Gemeinde hatte Josef nicht viele Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Er musste immer am Rand stehen, allein, weil die Infrastruktur es ihm nicht ermöglicht hat. Das war für ihn, der ohnehin damit zu kämpfen hatte, was ihm passiert war, sehr hart.“ An der Ernst-Barlach-Schule hingegen könnten alle Kinder teilhaben, beim Rundlauf im Tischtennis beispielsweise. Alle Kinder könnten mitmachen, weil man es ihnen ermöglicht. „Für Edda spielt es keine Rolle, ob ein Kind im Rollstuhl sitzt oder nicht sprechen kann. Edda findet immer eine Art der Kommunikation“, berichtet ihre Mutter Jenny. „Für sie ist Sprache nur eine von vielen Möglichkeiten sich zu verständigen. Die Kinder entwickeln ganz nebenbei in ihrem Alltag kreative Lösungsansätze und das bereichert ja jeden Menschen“, stellt sie lächelnd fest.

„Helena und Lars“ lieben Teamwork

Helena und Lars lieben Teamwork, das hilft ihnen bei ihrer gemeinsamen Aufgabe als Klassensprecherin und Klassensprecher in der dritten Klasse enorm. Helena ist am liebsten aktiv, sie reitet, schwimmt, tanzt und singt im Chor. Sie hat eine angeborene Muskelerkrankung und sitzt im Rollstuhl. Sie habe vor der Geburt nicht geahnt, dass sie ein Kind mit Behinderung bekommen würde, berichtet ihre Mutter. „Im ersten Moment war das für mich nur sehr schwer vorstellbar – mein Kind im Rollstuhl. Und jetzt bin ich so froh um ihn, weil er ihr eine so große Selbstständigkeit ermöglicht.“ Die Mutter ist von der Öffnung für Kinder ohne Behinderung an der Ernst-Barlach-Schule begeistert. „Die Kinder, die hier zur Schule gehen, haben keine Schranken im Kopf“, sagt sie glücklich. An der Schule in ihrem Heimatort wäre Helena das einzige Kind mit Behinderung gewesen. „Hier wächst sie als ein selbstbewusstes Mädchen auf, dass jeden Tag aufs Neue lernt, dass es immer Möglichkeiten gibt.“

Auch Lars ist gern aktiv, das verbindet die beiden Freunde. „Lars fühlt sich an der Schule wohl. Er gibt acht auf andere“, sagt seine Mutter. „Alle Kinder lernen voneinander, auch die Kinder ohne Behinderung von Kindern mit Behinderung. Wir sind sehr froh und dankbar, dass unser Sohn hier zu einem empathischen Menschen heranwächst, der ein „Geht nicht, gibt es nicht!“ kennenlernt.“

Zwei Kinder nebeneinander im Rondell der Ernst-Barlach-Schulen, eines davon im Rollstuhl

„Mia und Taleah“ gehen zusammen ins Theater

Mia ist 17 Jahre alt und hat seit ihrer Geburt eine schwere Muskelkrankheit. Sie wird 24 Stunden am Tag beatmet und stets von einer Krankenschwester begleitet. Ihre beste Freundin Taleah ist 15 Jahre alt. Die beiden sind seit der 5. Klasse ein Herz und eine Seele. Sie gehen gern gemeinsam ins Theater und ins Kino. Taleah sagt: „Hört auf, mir zu sagen, dass es so toll ist, dass ich mit Mia befreundet bin. Das ist kein Kompliment. Ich bin mit Mia befreundet, weil ich mit ihr befreundet bin. Ich helfe ihr nicht. Ich bin nicht ihre Krankenschwester.“ Auf die Frage, was sie an Mia besonders gut findet, sagt sie weiter, „Du brauchst 100 Leute, um sie von was abzubringen. Selbst, wenn die ganze Welt gegen sie ist oder ihr sagt, dass etwas wegen ihrer Behinderung nicht geht – sie wird es machen.“ Taleah versteht Mia, auch wenn sie undeutlich spricht. Mia erklärt: „Ich bin eine ganz normale Person, mit mir kann man alles machen. Taleah behandelt mich wie jeden anderen Menschen auch. Wenn man mit einem Menschen, der krank ist oder eine Behinderung hat, befreundet ist, braucht man nur mehr Geduld. Aber sonst ist alles wie sonst auch.“ Mia gibt Taleah Nachhilfe in Mathematik.

Zwei Mädchen stehen nebeneinander Text: Queen of everything

Gemeinsam von Anfang an. Gemeinsam spielen, lernen und aufwachsen. Gemeinsam in die Zukunft gehen. An den inklusiven Schulen der Pfennigparade gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Es sind Orte für alle, ganz gleich ob ein Kind eine Behinderung hat oder nicht. Hier entstehen Freundschaften, die sich nicht um die Einschränkungen scheren, sondern auf den Gemeinsamkeiten aufbauen. Denn Freundschaft kennt keine Barrieren. In einer Welt, in der Unterschiede immer mehr zu unüberwindbaren Hürden zu werden scheinen, erfahren wir durch diese Freundschaftspaare und ihre gemeinschaftliche Alltagsbewältigung Lösungen, wie die Gesellschaft auf ganz einfache Art und Weise inklusiver werden kann. Weil sie Gemeinschaft leben. Von Anfang an. Es ist nie zu spät für Inklusion. Aber „FRÜHER ist alles BESSER

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