Lebenswert und urban: Neu eröffnete Wohngruppe für Menschen mit erworbener Hirnschädigung

Heller, moderner, mit eigenem Bad: Nach langwierigen Baumaßnahmen konnten die ehemaligen Bewohner*innen einer Wohngruppe in Grünwald ihr neues Zuhause am Hirschgarten beziehen. Die 24 Bewohner*innen sind Menschen mit erworbener Hirnschädigung, die hier in einen möglichst selbständigen Alltag zurückgeführt werden. Am 24. April durften Interessierte einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen.

Die REVERSY GmbH, eine GmbH der Stiftung Pfennigparade, gibt Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung ein neues Zuhause. Die Wohnungen müssen verschiedensten Ansprüchen genügen. Denn die Beeinträchtigungen, die diese Menschen haben, sind sehr individuell. Da die alten Räumlichkeiten in einer Grünwalder Villa nicht mehr ausreichten, wurde ein neues Gebäude in der Winfriedstraße errichtet. Hier leben nun 24 Menschen, die nach einem Schicksalsschlag kompetent in einen neuen Alltag begleitet werden.

Die Planung für den Neu- und Anbau hatte bereits 2016 begonnen. Doch durch die Corona-Pandemie verzögerten sich die Bauarbeiten erheblich. Im Innenhof des Gebäudes steht zudem eine schöne alte Eiche, deren Schutz ebenfalls bedacht werden musste. Im Juli 2023 konnte der ersehnte Umzug stattfinden. 7 LKW, 300 Umzugskartons und das beherzte Anpacken zahlloser Helfer*innen waren hierfür nötig.

Die wichtigste Neuerung in der Winfriedstaße: Das Bad muss nicht mehr mit einem oder zwei Mitbewohner*innen geteilt werden, sondern jedes Zimmer hat ein eigenes Bad. Die Geschäftsführerinnen Martha Pfünder-Götz und Verena Koch erinnern sich in ihrer Eröffnungsrede:

„Alle kamen mit strahlenden Augen aus den Zimmern und waren sehr angetan von den neuen, schönen und hellen Räumen. ‚Endlich ein eigenes Bad!‘ war der Satz, den wir am häufigsten gehört haben.“

Ausgefeilte Angebote zur individuellen Förderung

Außerdem steht nun für jedes der tagesstrukturierenden Angebote ein eigener, heller und funktionaler Raum zur Verfügung: eine Holz- und eine Keramikwerkstatt, ein Büroraum und eine große Küche. Hier können die Bewohner*innen Stück für Stück ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten zurückerlangen. Außerdem können sie sich in den Gemeinschaftsküchen ihre selbst gekauften Lebensmittel zubereiten.

Alle Bemühungen zielen darauf ab, die Selbständigkeit der Bewohner*innen zu fördern. In der Keramikgruppe beispielsweise entstehen Teller, die auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen angepasst sind – etwa durch einen erhöhten Rand, der die selbständige Essensaufnahme erleichtert. So können die Bewohner*innen selbst die Hilfsmittel gestalten, die sie benötigen, um so selbstständig wie möglich zu leben. Darüber hinaus gibt es weitere umfangreiche Möglichkeiten zur Förderung, unter anderem eine Klettergruppe, die Hunde- und Reittherapie, eine Kochgruppe und eine Sportgruppe.

Der neue Standort erlaubt mehr Selbständigkeit

Nahegelegene Geschäfte ermöglichen es den Bewohner*innen zudem, selbständig einkaufen zu gehen. Am Wochenende zieht es viele in den nahen Hirschgarten. Wer zu Hause bleibt, kann durch die bodentiefen Fenster vom gemütlichen Sessel aus dem Treiben auf der Straße oder im lauschigen Innenhof folgen.

Geschäftsführerin Verena Koch dankte in ihrer Eröffnungsrede insbesondere Wohnbereichsleiterin Susanne v. Stein und ihrem Stellvertreter Martin Krömer für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Planung und Durchführung des Umzugs. „Sie haben Nerven wie Drahtseile, die auch nötig waren.“

Weitere Informationen zu den Wohnangeboten der Pfennigparade finden Sie auf unseren Seiten.

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