Olchi-Musical der Phoenix-Schule: Inklusiv, nachhaltig und mit ganz viel Spaß

Ein halbes Jahr lang hatten die Schüler*innen der Phoenix-Schule in München geübt, geprobt und vorbereitet – dann war es endlich so weit: Vom 22. bis 25. April führten die Kinder und Jugendlichen an sechs Terminen das Musical „Die Olchis und der blaue Nachbar“ auf. Und das mit großem Erfolg! Mehr als 800 Kinder von Grundschulen aus der Umgebung sowie Eltern und weitere Interessierte kamen, um die Abenteuer der beliebten Olchis zu verfolgen.

Das Besondere an dieser Aufführung: Während im Publikum größtenteils Kinder ohne Behinderungen saßen, handelte es sich bei den Darstellenden um Kinder mit körperlichen Einschränkungen. Ein Perspektivwechsel, der das Selbstvertrauen der jungen „Bühnenstars“ nachhaltig stärkte. Denn statt Irritation oder Mitleid erlebten sie den Applaus, die Bewunderung und die Begeisterung ihres Publikums – eine stärkende Erfahrung!­

Um ein solch großes Projekt auf die Beine zu stellen, war die volle Mitarbeit sämtlicher Schüler*innen der Klassen 1 bis 9 gefordert ­– ob als Schauspieler*in, Chormitglied, in der Kulissengestaltung oder im Catering. Schulleiterin Roswitha Schlüter zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung und Ernsthaftigkeit, mit der die Schüler*innen ihre Aufgaben übernahmen: „Unsere Schüler*innen haben großartig auf der Bühne performt! Das Theaterspiel hat ihnen so viel Energie, Kraft und Motivation gegeben. Es ist wunderbar zu sehen, wie die Kinder an dieser Herausforderung gewachsen sind und wie viel Selbstbewusstsein sie gewonnen haben. Zugleich konnten wir durch die öffentlichen Auftritte Barrieren in den Köpfen abbauen und so einen Beitrag zur Inklusion leisten.“

Die Olchis und der blaue Nachbar: Darum ging es im Stück

Die grünen Olchis lieben Unordnung und Schmutz. Eines Tages landet ein blauer Olchi auf ihrem Planeten. Statt „Olchi“ nennt er sich „Ölchi“. Der Fremde liebt es, aufzuräumen. Die grünen Olchis sind erst wenig begeistert von dem blauen Saubermann. Auch darum möchten sie ihm dabei helfen, bald auf seinen Heimatplaneten zurückzukehren. Das gelingt ihnen auch – doch in der Zwischenzeit lernen sie vom „Ölchi“, dass Ordnung auch ihre Vorteile hat.

Schulleiterin Roswitha Schlüter fragte das Publikum am Ende des Stücks, wer eher ein grüner und wer eher ein blauer Olchi sei. Lehrer*innen und Schüler*innen hatten die Theaterproben im Vorfeld genutzt, um sich mit dem Thema „Müll und Nachhaltigkeit“ zu beschäftigen. So entstand im Anschluss an die Aufführung noch eine lebhafte Diskussion.

Die konduktive Phoenix-Schule: Selbständigkeit fördern, Teilhabe ermöglichen

Die Phoenix-Schule, eine Einrichtung der Pfennigparade, ist eine Grund- und Mittel-Schule mit Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung. Im Sinne der konduktiven Förderung legt die Lehrerschaft besonders großen Wert darauf, alltägliche Lebensfertigkeiten zu vermitteln. So wird die Selbstständigkeit der Schüler*innen gefördert und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht.

Durch die gemeinsame Musical-Aufführung waren die Schüler*innen gefordert, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv und verlässlich einzubringen. Ihre kreativen Fähigkeiten waren im Spiel, aber auch bei der Gestaltung von Kulissen, Plakaten, dem Programmheft und den Kostümen gefragt. Selbst das Catering wurde von einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen vorbereitet und serviert. Damit waren alle 84 Schüler*innen der Phoenix-Schule in die Produktion des Musicals eingebunden.

Im Sinne der Sozialraumorientierung wurde mit der Regina-Ullmann-Schule eine nahegelegene Grundschule als Aufführungsort gewählt. Die Öffnung für das Publikum aus der Umgebung ermöglichte Austausch und Teilhabe. Für alle Beteiligten war die Produktion und Präsentation des Olchi-Musicals eine ganz besondere, stärkende Erfahrung.

Wir bedanken uns herzlich für die finanzielle Unterstützung aus den Mitteln des Sparkassen PS Sparen und Gewinnen und durch die Günther J. Schmidt-Stiftung.

Weitere Informationen zur Phoenix-Schule finden Sie auf den Seiten des Förderzentrums.

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