Spezielles Gründerprogramm eröffnet jungen Menschen mit Behinderung den Zugang zu beruflicher Selbstständigkeit

Mehrere Personen sitzen zusammen an einem Tisch

Im Programm “Entrepreneurship Inklusiv“ entdecken Münchner Jugendliche mit (und ohne) Behinderung verborgene Fähigkeiten und Talente – und bereiten Schritt für Schritt ihre berufliche Zukunft vor. Denn die Zukunft selbstständiger Arbeit ist inklusiv.

Pressemitteilung

München, Februar 2024. Was macht mir eigentlich richtig Spaß und kann ich damit eine berufliche Zukunft planen? Mich gar selbstständig machen? Was für Jugendliche ohne Behinderung beinahe zur alltäglichen Berufsvorbereitung gehört, ist für junge Menschen mit Behinderung bislang unmöglich. Doch das ändert sich nun: „Entrepreneurship Inklusiv“ heißt das neue inklusive Gründerprogramm, in dem Schülerinnen und Schüler mit (und ohne) Behinderung ab der 10. Klasse ihre Fähigkeiten und Talente entdecken und lernen, eine berufliche Selbstständigkeit zu planen, zu entwickeln und vorzubereiten. Das dreimonatige Programm wird aktuell an der Ernst-Barlach-Schule Pfennigparade in München durchgeführt. Zur Halbzeit, dem 19. Februar 2024, finden eigens Gründerworkshops statt, die einen Einblick in die praktische Gründerarbeit von und mit jungen Menschen mit Behinderung ermöglichen. Weitere Schulen bundesweit sollen dem Beispiel folgen.

Pressemitteilung - Spezielles Gründerprogramm eröffnet jungen Menschen mit Behinderung den Zugang zu beruflicher Selbstständigkeit

Was gehört zu der Gründung eines Unternehmens dazu? Welche Talente habe ich und wie kann ich damit eine berufliche Zukunft planen? Das neue Gründerprogramm „Entrepreneurship Inklusiv“ ermöglicht jetzt erstmals auch jungen Menschen mit Behinderung, den Lebensweg einer beruflichen Selbstständigkeit für sich zu entdecken und zu wählen. 26 Schülerinnen und Schüler der inklusiven Münchner Ernst-Barlach-Schule Pfennigparade nehmen derzeit teil. In interdisziplinären, inklusiven Teams entdecken sie schrittweise ihre Begabungen, finden eine neue Perspektive und entwickeln Vertrauen in eigene Potenziale. Der Erwerb von Teamkompetenzen steht dabei genauso im Fokus, wie die Erlangung von Fachwissen.

Halbzeit: In Gründerworkshops arbeiten Jugendliche mit (und ohne) Behinderung aktiv an der praktischen Umsetzung ihrer Gründerideen

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In den Gründerworkshops zur Halbzeit des Programms, dem 19. Februar, arbeiten die Jugendlichen in ihren Teams aktiv an der praktischen Umsetzung ihrer Gründerideen, stellen die kreativen Inhalte vor und erhalten erstmals das Feedback aller Teilnehmenden sowie der Mentorinnen und Mentoren. Die vorläufigen Gründerideen können sich bereits sehen lassen: Ein Gründerteam widmet sich beispielsweise den Bedarfen von Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen und die einen Aufzug benötigen (Personen mit Mobilitätseinschränkungen, Betreuer*innen von Kindern im Kinderwagen, ältere Menschen mit Gehhilfen, Menschen, die Sperrgut wie ein Fahrrad oder einen Koffer transportieren und mehr). Dass der Aufzug defekt ist, lässt sich erst an der Haltestelle feststellen. Im Netz findet sich keine barrierefreie Ersatzroute. Es kann also sein, dass diese Menschen mit viel Aufwand die nächste Haltestelle erreichen und der dortige Aufzug erneut defekt ist. Um Abhilfe zu schaffen, entwickeln die Jugendlichen derzeit eine App, die eine barrierefreie Ersatzroute berechnet und die schnellstmögliche Route zum Ziel anzeigt. Zusätzlich soll die App defekte Aufzüge melden und den technischen Support verständigen. Weitere Gründerideen sind beispielsweise ein „Nachhilfeunterricht inklusiv“, indem Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung den Lernstoff individuell vermitteln und inklusiv miteinander arbeiten. Oder eine Talentschmiede, eine digitale Plattform, auf der talentierte junge Menschen, die mangels elterlicher Förderung einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt haben, beispielsweise ihre Fußballvideos hochladen und Talentscouts auf sich aufmerksam machen können. Eine andere Gründeridee beschäftigt sich mit einem barrierefreien Jobportal für Mini-/Midi-Jobs und Praktika für junge Leute mit und ohne Behinderung. Damit soll zugleich der inklusive Arbeitsmarkt gestärkt werden.
„Es ist faszinierend, dass die Jugendlichen eigene Herausforderungen in Chancen für soziale Innovationen umwandeln und dabei eigene Talente und Stärken in vermeintlichen Schwächen entdecken“, sagt Veronika Moj, Programmverantwortliche für München und Moderatorin bei Your Capabilities, c/o Stiftung Pfennigparade.

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Perspektivwechsel stärkt junge Menschen mit Behinderung und macht Mentor*innen zu Gestaltenden einer inklusiven Arbeitswelt

Fachlich befasst sich das Programm außerdem mit unternehmerischem Denken und Handeln sowie mit dem Thema (Social) Entrepreneurship/ Soziales Unternehmertum, das mit praxisnahen Werkzeugen vertieft wird. Die Inhalte wurden im Rahmen einer Kooperation der Pfennigparade mit Social Impact Banking der Uni Credit Bank GmbH für Jugendliche ab der 10. Klasse entwickelt. Die Durchführung übernehmen die Partner Your Capabilities gUG. 14 ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren der UniCredit begleiten die jungen Leute während der drei Monate und betreuen sie als Fachreferentin und -referenten sowie als Sparringspartner. Dabei machen sie selbst völlig neue Erfahrungen, überdenken Handlungsmuster und trainieren den Umgang mit herausfordernden Situationen. Durch dieses Erleben werden sie zu aktiv Gestaltenden einer wahrhaft inklusiven Arbeitswelt.

Die Zukunft selbstständiger Arbeit ist inklusiv

Weitere Schulen sollen diesem Beispiel folgen. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen an einem Konzept zum bundesweiten Rollout des Programms. Interessierte Schulen können sich für die Teilnahme bewerben (Thomas Heymel, c/o Stiftung Pfennigparade, Mobil 0176 199 00448).

Veranstaltungshinweise

Halbzeit/ Gründerworkshops: Spezielles Gründerprogramm für junge Menschen mit Behinderung

Termin: 19. Februar 2024, 10:15 bis 13:30 Uhr

10:20-11:20 Uhr/ In den Teams: Schülerinnen und Schüler arbeiten aktiv an der praktischen Umsetzung ihrer Gründerideen, Interaktion mit Mentorinnen und Mentoren
11:20-13:30 Uhr/ In der großen Runde: Zwischenstand der Ideationsprozesse der Teams, Vorstellung der Ideen und Einsammeln von Feedback und weiterer Ideen anderer Schülerinnen und Schüler sowie der Mentorinnen und Mentoren Adresse: Ernst-Barlach-Schule der Stiftung Pfennigparade, Barlachstr. 38, 80804 München
Ansprechpartner vor Ort: Thomas Heymel, c/o Stiftung Pfennigparade, Gründer der durchführenden Your Capabilities gUG und Initiator des Programms, Mobil 0176 199 00448, zum Gespräch stehen außerdem bereit am Programm teilnehmende Schülerinnen und Schüler mit (und ohne) Behinderung sowie die Mentorinnen und Mentoren.

Einwilligungserklärungen der Eltern für Wort- und Bildbeiträge der Jugendlichen liegen vor.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Presseinformationen: Heike Harenberg, Telefon: 01746688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de

Über die Your Capabilities

In den innovativen und inklusiven Gründerprogrammen der Your Capabilities entwickeln junge Menschen mit und ohne Behinderung in Begleitung von ehrenamtlichen Mentor:innen gemeinsam sozialunternehmerische Geschäftsideen. Ziel ist es, soziale Innovationen zu fördern und durch eine wirkungsstarke und nachhaltige Lernerfahrung alle Teilnehmenden der Programme zu Gestaltenden einer inklusiven Zukunft zu machen. Initiator des Programms ist Thomas Heymel, c/o Stiftung Pfennigparade, Gründer der Your Capabilities gUG, Veronika Moj ist die Programmverantwortliche für München und Moderatorin, c/o Stiftung Pfennigparade.

Über die Stiftung Pfennigparade

Seit die Pfennigparade Anfang der 1950er Jahre als Bürgerbewegung zur Bekämpfung der Polioepidemie gegründet wurde, begleitet sie Menschen mit Körperbehinderung und anderen Beeinträchtigungen in allen Lebensphasen.
In den Lebenswelten Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Freizeit und Sport gestaltet sie aktiv inklusive Lebensräume. Dazu schafft die Stiftung mit ihren 17 Tochtergesellschaften und rund 2.500 Mitarbeiten-den mit und ohne Behinderung Strukturen, Räume und Gelegenheiten, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen. Ihre maßgeblichen Ziele sind gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungdabei, selbst-bestimmt größtmögliche Aktivität und Lebensqualität zu erreichen.

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