Therese und Yasar leben gemeinsam bei der Pfennigparade

Über die Runden kommen

Die Ehepartner Marie-Thérèse und Yasar sitzen beide im Rollstuhl. Ihr Leben bestreiten sie weitgehend selbstbestimmt. Doch wie viele Menschen mit Behinderung sind sie von Armut bedroht. Die Pfennigparade hilft deshalb im Einzelfall auch finanziell, damit sich Alltagssorgen nicht zu existenziellen Krisen auswachsen.

Gefunkt hat es beim Backgammon-Spielen in einer Wohngruppe der Pfennigparade vor gut zehn Jahren. Seitdem sind Marie-Thérèse und Yasar ein Paar. Geheiratet haben sie 2015 und leben zusammen in einer Wohnung der Pfennigparade. Die beiden ergänzen sich perfekt, wie sie selbst sagen, und haben viel gemeinsam. Nicht zuletzt ihre Körperbehinderung, wegen der sie beide auf einen Rollstuhl angewiesen sind. 

Therese arbeitet am Empfang der Pfennigparade

Knappe Kasse

Der Alltag hält für Marie-Thérèse und Yasar als Paar mit Behinderung oft große Hürden bereit – auch weil sie das teure Leben in München am Existenzminimum bestreiten müssen. Wie viele behinderte Menschen nimmt das Ehepaar staatliche Grundsicherung in Anspruch.

Marie-Thérèse arbeitet zwar am Empfang der Pfennigparade und Yasar war bis zu seinem Renteneintritt 23 Jahre lang in einer Kunstgruppe der Stiftung beschäftigt. Auf den allgemeinen Arbeitsmarkt haben es die beiden aber nicht geschafft. 

Therese und Yasar leben in einer Wohnung der Pfennigparade

Schnell und unkompliziert 

Angesichts ihrer sehr knappen Kasse werden zusätzliche und ungeplante Ausgaben für das Paar schnell zu einem existenziellen Problem. So wie unlängst, als ihre Waschmaschine kaputt ging. Das Geld für ein neues Gerät oder eine Reparatur war schlicht nicht vorhanden.

In ihrer Not wandten sie sich an den Beratungsdienst der Pfennigparade und stellten einen Antrag auf eine „Einzelfallspende für bedürftige Menschen mit Behinderung“. Die Unterstützung wurde schnell und unkompliziert gewährt. „Darüber waren wir sehr glücklich. Eine Sorge weniger!“, sagt das Ehepaar. 

Therese und Yasar verbringen ihr gemeinsames Leben bei der Pfennigparade

Finanzielle Unterstützung im Notfall 

Jährlich unterstützt der Beratungsdienst der Pfennigparade circa 1.000 Personen, wenn diese wegen unvorhergesehener Anschaffungen in finanzielle Nöte geraten sind. Jede*r Antragsteller*in kann maximal 1.500 Euro pro Jahr beantragen.

Meist benötigen die Betroffenen Unterstützung für die Zuzahlung zu Hilfsmitteln wie Brillen oder Medikamenten, für die die Krankenkassen nicht aufkommen. Oder zur Anschaffung von wichtigen Haushaltsgeräten.

Finanziert werden auch Gerätschaften oder Angebote, die behinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern wie zum Beispiel ein Mobiltelefon oder eine inklusive Ferienfreizeit für Kinder mit Behinderung.  

Durch die Einzelfallhilfen können wir das Leben und die Lebensqualität bedürftiger Menschen mit Behinderung ganz konkret erleichtern.

Konstanze Riedmüller, Leiterin Zentralbereich „Beratung, Freiwilligendienste und Kultur“

Ohne Spenden geht es nicht 

„Ich kenne viele der Antragsteller*innen persönlich. Sie sind sehr bescheiden und dankbar für die Möglichkeit, diese Hilfen in Anspruch nehmen zu können“, sagt Konstanze Riedmüller, die den Zentralbereich „Beratung, Freiwilligendienste und Kultur“ leitet.

Das Budget für die Einzelfallhilfen in Höhe von momentan 160.000 Euro besteht zum Großteil aus Zuschüssen des Sozialreferats der Landeshauptstadt München. Doch ohne die Spendengelder der Pfennigparade von momentan 40.000 Euro im Jahr könnte das Angebot in dieser Form nicht aufrechterhalten werden. 

Therese und Yasar in ihrer Wohnung der Pfennigparade

Mehr Lebensqualität möglich machen 

„Durch die Angebote der Pfennigparade können wir gut selbstständig leben – in guten wie in schlechten Zeiten“, erzählt Marie-Thérèse. Sie und ihr Mann müssen sich vieles hart erkämpfen. Deshalb ist das Paar so dankbar für die finanzielle Unterstützung durch den Beratungsdienst der Pfennigparade.

Von dem Geld konnten sie eine neue Maschine kaufen und jetzt endlich wieder selbst ihre Wäsche waschen. Auch das gehört zu einem selbstbestimmten Leben.