Die Branddirektion München hat ihre Grundausbildung um ein neues, praxisnahes Format erweitert. Erstmals fand der Praxistag „Grundlehrgang meets Pfennigparade“ statt, bei dem Nachwuchskräfte der Berufsfeuerwehr Menschen mit Behinderungen direkt begegnen und Einblicke in deren Lebensrealitäten erhalten.
Der Praxistag wurde gemeinsam vom Team Vielfalt der Branddirektion, der Ansprechperson Inklusion im Kreisverwaltungsreferat sowie der Stiftung Pfennigparade entwickelt. Während Schulungen zu Behinderungen bereits Teil der Fortbildungsreihe „Vielfalt gewinnt“ sind, geht das neue Format bewusst einen Schritt weiter. Statt eines halbtägigen Moduls erleben die Teilnehmenden einen ganzen Tag mit direktem Austausch, praktischen Übungen und konkreten Einblicken.
Menschen mit Behinderungen als Expert*innen
Im Mittelpunkt steht ein Perspektivwechsel: Die Feuerwehranwärter*innen sprechen nicht über Menschen mit Behinderungen, sondern mit ihnen. Sie lernen Arbeitsbereiche der Pfennigparade kennen und begegnen Menschen mit Behinderungen als Fachkräften und Expert*innen, etwa für Barrierefreiheit und Barrierearmut. Gleichzeitig üben sie Situationen, in denen im Einsatz ein sensibler und professioneller Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen erforderlich ist.
Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble betonte, dass diese Form der Begegnung den Nachwuchskräften Sicherheit für zukünftige Einsätze gibt. Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller ergänzte, dass der Praxistag dazu beiträgt, den Blick zu verändern und Menschen mit Behinderungen als selbstverständlichen Teil der Arbeitswelt wahrzunehmen.

Ein Gewinn für Ausbildung und Inklusion
Der Praxistag zeigt, wie wertvoll echte Begegnungen für die Ausbildung der Feuerwehr sind. Gleichzeitig stärkt er das Bewusstsein für Vielfalt und unterstützt das Ziel der Pfennigparade, gesellschaftliche Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.