In der Skaterszene sind sie heiß begehrt: die handgefertigten Skateboards von INCLU Sports. Hergestellt werden die High-End-Boards von Menschen mit Behinderungen in der Pfennigparade. Nun trafen Skater*innen und Board-Bauer aufeinander, um die Boards zu testen und gemeinsam zu fachsimpeln.
Individuell, stylish und aus den besten Materialien – Skater*innen wissen, warum sie die Boards von INCLU Sports so schätzen. Die High-End-Skateboards aus einer Werkstatt der Pfennigparade werden speziell für die Profi-Skaterszene, aber auch für ambitionierte Freizeitsportler*innen gefertigt.
Das Besondere an den Boards: Sie werden komplett in Handarbeit hergestellt – von Menschen mit Körperbehinderung. „Von der Produktion bis zum Design der Grafik machen wir alles selbst“, erklärt Andreas Spießl, der die Werkstatt leitet, stolz. Die Idee dazu hatte ein früherer Mitarbeiter der Werkstatt. Spießl setzte sie gemeinsam mit dem Team um. So begann eine mittlerweile sechsjährige Erfolgsgeschichte, die auch außerhalb der Skater-Szene Menschen begeistert.
Skater Vince: „Bin Fan der Boards und des Teams“
Dass Skater*innen und die Mitarbeitenden von INCLU Sports sich von Angesicht zu Angesicht begegnen, kommt allerdings eher selten vor. Dabei haben sie sich eine Menge zu sagen, teilen sie doch dieselbe Leidenschaft. Aus diesem Grund organisierte die Pfennigparade ein Treffen: Skater*innen aus der Profi-Szene durften einen exklusiven Blick in die Werkstatt werfen und die Boards anschließend im Beisein der Werkstattmitarbeiter auf einer Halfpipe am Olympiapark testen.


Vince Zeh, der seit 11 Jahren skatet, ist nicht nur von der Qualität der handgefertigten Skateboards überzeugt. „Ich bin einfach Fan der Boards und des Teams“, so der Skater. In der Werkstatt fühle er sich willkommen. Lucia geht es genauso. Die 16-jährige Skaterin kommt regelmäßig nach der Schule zum Skatepark, um mit den Boards von INCLU Sports zu fahren. In der Werkstatt der Pfennigparade fühlt sie sich wohl: „Bei der Pfennigparade herrscht der gleiche Vibe wie am Platz: Alle können hier so sein, wie sie sind. Einfach authentisch.“
„Kreativität kennt kein Handicap“
Stefan Erl ist der kreative Kopf hinter INCLU Sports. Es sind seine Designs, die die Decks der Boards so unverwechselbar machen. Selbst drauf fahren kann er nicht – er sitzt im Rollstuhl. Aber wenn er an der Halfpipe steht und den Skater*innen bei ihren spektakulären Tricks zuschaut, ist er glücklich. Wie findet er es, die Profis auf „seinen“ Boards fahren zu sehen? Das fasst Stefan in kurze Worte: „Voll geil“.
“Kreativität kennt kein Handicap und auch das Handwerk nicht, wenn man ihm Zeit lässt und Aufmerksamkeit schenkt“, so Werstattleiter Andreas Spießl. Den Fertigungsprozess hat er so aufgesetzt, dass seine Mitarbeiter gefahrlos, aber möglichst selbständig arbeiten können. Sie schleifen das Holz, sortieren die einzelnen Schichten und zeichnen die Designs. Das Fräsen übernimmt Spießl, ausgebildeter Schreiner, selbst – der Umgang mit der Maschine wäre zu riskant für seine Mitarbeiter.
Von Design bis Druck handgefertigt und auf Wunsch individuell gestaltet
Die Boards überzeugen durch ihre Top-Qualität: Das widerstandfähige Bergahorn-Holz hält die Spannung besonders lang und ermöglicht so gute Tricks. Mit einem Druck von 40 Tonnen werden die sieben Schichten, aus denen jedes Board besteht, zusammengepresst. Zwölf Stunden dauert allein ein Leimvorgang. Die Designs werden im Siebdruckverfahren aufgebracht – aus Gründen der Nachhaltigkeit. Eine Woche benötigt die Fertigung eines handgearbeiteten Boards, 20 Boards entstehen so im selben Zeitraum.
Mit dem Bau der INCLU-Skateboards bietet die Stiftung Pfennigparade nicht allein ein High-End-Sportgerät an. Sie hat darüber hinaus eine Plattform geschaffen, auf der sich Menschen mit und ohne Behinderung unkompliziert begegnen können – über die gemeinsame Leidenschaft fürs Skaten. „Diese Geschichte hat eine Tür zwischen zwei Welten geöffnet“, so Andreas Spießl.

