Pfennigparade testet: Wie inklusiv ist die Wiesn?

O’zapft is! Aber wie inklusiv ist die Wiesn? Vier Mitarbeiter*innen mit Behinderung der Pfennigparade waren auf Einladung der Stadt München auf dem Oktoberfest, um Zelte, Buden und Infrastruktur auf Barrierefreiheit zu testen.

Von Rampen über barrierefreie Toiletten bis hin zu ausgewiesenen Plätzen für Rollstuhlfahrer*innen: In Sachen Barrierefreiheit hat sich einiges getan auf der Wiesn. Das Thema liegt sowohl Wiesn-Chef Dr. Christian Scharpf als auch Oberbürgermeister Dieter Reiter am Herzen. „Damit das Oktoberfest wirklich ein Volksfest für alle ist, arbeiten wir jedes Jahr daran, weiter Barrieren abzubauen“, so Scharpf.

Um das Thema weiter voranzutreiben, lud die Stadt Mitarbeitende der Pfennigparade zum Praxistest. Auf dem Programm standen ein Essen im Schützen-Festzelt an den barrierefreien Plätzen, eine Fahrt im Riesenrad sowie der Besuch eines rollstuhlgerechten Schießstands. Im Anschluss tauschten sich unsere Mitarbeitenden mit der Inklusionsbeauftragten der Festwirte, Katharina Inselkammer, und mit Oberbürgermeister Dieter Reiter aus.

„Mittendrin, nicht irgendwo außen“

„In den Festzelten sind die Plätze für Rollstühle oft am Rand. Ich finde, zur Wiesn gehört, dass man mittendrin ist, nicht irgendwo außen“, so Dennis Bruder, Mitarbeiter im Marketing der Pfennigparade, im Gespräch mit dem Oberbürgermeister.

„Man könnte zum Beispiel an normalen Bierbänken auf einer Seite die Bank weglassen. Dann könnten Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrer*innen beisammensitzen“, schlug Katharina Gramminger aus der Medienschmiede der Pfennigparade vor.

„Wir müssen hier mehr tun“, gab Oberbürgermeister Dieter Reiter unseren Mitarbeitenden recht. Im Armbrustschützenzelt oder schon einiges umgesetzt, ergänzte Wiesn-Wirtin Katharina Inselkammer und Inklusionsbeauftragte der großen Festzelte: „Die haben jetzt kürzere Bänke angeschafft, sodass man als Person im Rollstuhl auch jemanden neben sich sitzen haben kann.“

Für die kleinen Zelte gibt es bislang keine verpflichtenden Vorschriften. Allerdings hätten einige der Festwirte bereits nachgezogen, so Wiesn-Chef Christian Scharpf. Auch bei den Fahrgeschäften hat sich auch etwas. So bietet ein Kettenkarussell neben einer Rampe auch einen Doppelsitz an, der breiter und besser abgesichert ist. Das Riesenrad verfügt über zwei barrierefreie Gondeln mit breiten Eingängen. Und auch einige der Schießstände sind rollstuhlgerecht.

Unser Fazit: Was die Barrierefreiheit betrifft, ist das Oktoberfest auf einem guten Weg. Die Wiesn verbindet – und das Thema Barrierefreiheit trägt immer mehr dazu bei.

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