Pfennigparade unterstützt Onboarding von Bank-Azubis

Personen mit und ohne und Behinderung stehen vor einem Unicredit-Plakat.

Sensibel und kompetent mit Menschen mit Behinderung umgehen – das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss geübt werden. Rund 100 Bank-Azubis der UniCredit bekamen am 3. September 2024 Gelegenheit hierzu: Beim Projekt „Übungsfiliale“ spielten sie konkrete Situationen durch und bekamen dabei Hilfestellung von Werkstattmitarbeiter*innen der Pfennigparade.

Aufregung in der Bankfiliale: Eine Rollstuhlfahrerin möchte Geld auf ihr Konto einzahlen, kriegt den Schein in ihrer Geldbörse jedoch nicht zu fassen. Dann fällt das Portemonnaie auch noch herunter. Der junge Bankmitarbeiter reagiert hilfsbereit und korrekt: Er fragt die Kundin explizit nach ihrem Einverständnis, bevor er das Bargeld aus dem Portemonnaie nimmt.

Der ganze Vorfall ist gestellt – und Veronika Petschat, die Rollstuhlfahrerin, hat sichtlich Spaß an ihrer schauspielerischen Einlage. Doch ähnliche Szenen spielen sich jeden Tag in Bankfilialen ab. Damit Bankmitarbeiter*innen dann empathisch und auch rechtskonform reagieren, schult die UniCredit ihre Azubis und Dualstudierenden gleich zu Beginn ihrer Ausbildung im Umgang mit Menschen mit Behinderungen.

Die Veranstaltung nennt sich „First Steps“ und findet jedes Jahr im bayerischen Sonthofen im Oberallgäu statt. Sie ist Teil des offiziellen Onboardings der Bank; rund hundert junge Mitarbeiter*innen der UniCredit aus ganz Deutschland reisen hierfür jedes Jahr an. Feste Partnerin an der Seite der Bank: die Stiftung Pfennigparade.

Mehrere Personen sitzend, im Hintergrund Berge

Das Projekt entstand in enger Kooperation zwischen der Pfennigparade und der UniCredit. Die Pfennigparade organisiert den Ablauf und stellt die Darsteller*innen, ohne die dieses besondere Training nicht möglich wäre: Menschen mit Behinderungen, die in Wohngruppen der Pfennigparade leben oder in deren Werkstätten arbeiten und hier als Expert*innen in eigener Sache antreten.

Berührungsängste abbauen, Sicherheit gewinnen

Ziel der „Übungsfiliale“ ist es, den jungen Bank-Mitarbeitenden Kompetenz im Umgang mit Menschen mit Behinderung zu vermitteln. Sie bekommen Gelegenheit, Berührungsängste abzubauen und Situationen zu trainieren, die für Menschen ohne entsprechende Erfahrung überfordernd sein können.

Auch gesetzliche Regelungen spielen dabei eine Rolle: In einer weiteren Übung betritt eine Kundin mit Behinderung eine Filiale, füllt einen Überweisungsschein aus, verlässt die Bank und kommt kurz darauf mit einer gesetzlichen Betreuerin zurück. Diese stellt den Bankmitarbeiter sofort zur Rede: Die Kundin darf ihre Bankgeschäfte nicht allein tätigen – wie konnte es also zu dieser Überweisung kommen? Ein Aha-Moment für die Auszubildenden, die sich dieser Problematik bisher nicht bewusst waren.

„Auf jeden Fall sehr wichtig“ findet Mert Dogan, Auszubildender der UniCredit, diese Erfahrung. „Es gibt einem Sicherheit, solche Situationen üben zu können, bevor sie das erste Mal wirklich auftreten.“ Sein Kollege Lukas Bocks ergänzt: „Jeder Mensch ist gleichermaßen wertvoll und sollte auch so behandelt werden.“ Er hat öfters Kontakt mit Menschen mit Behinderungen und findet es bewundernswert, wie positiv viele von ihnen trotz schwerer Schicksalsschläge aufs Leben blicken.

Sicherer und sensibler werden im Umgang mit Menschen mit Behinderung

Für viele der Teilnehmenden ist die „Übungsfiliale“ im First-Steps-Programm die erste Begegnung mit Menschen mit Behinderung in dieser Intensität. Am Ende eines langen Tages ziehen sie eine durchweg positive Bilanz. Sabrina Frey, Head of Talent Center der UniCredit, freut sich bereits auf eine Fortsetzung der Kooperation im kommenden Jahr: „Wir tun hier sehr viel für unsere jungen Talente. Ich finde es wichtig, dass mein Arbeitgeber sich für Inklusion einsetzt und bin da wahnsinnig stolz drauf. Und mit euch von der Pfennigparade macht es einfach Spaß.“

Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, resümiert: „Uns freut bei diesem gemeinsamen Projekt besonders, dass Menschen, die gerade erst in das Berufsleben starten, praxisnah mit den verschiedenen Perspektiven von Inklusion ganz unkompliziert in Berührung kommen. Unsere Vision der ‚Inklusion von Anfang an‘ wird damit wieder ein Stück mehr Wirklichkeit.“

Weitere Informationen zu unseren Angeboten für Unternehmen finden Sie auf unseren Seiten.

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