Barbara Stamm übergibt zusammen mit Trägern der Behindertenhilfe offenen Brief an die bayerische Staatsregierung

Zehn Träger der Behindertenhilfe fordern im offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Markus Söder einen bayerischen Rettungsschirm für therapeutische Angebote für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Wegen fehlender Therapieangebote stehen die Träger der Behindertenhilfe in der Coronakrise vor einem Defizit von ca. acht Millionen Euro. Der Grund für die Finanzierungslücke: Für Leistungen der Physio-, Ergo- und Logopädie, die über einen Rahmenvertrag mit den Krankenkassen abgerechnet werden, erhalten die Einrichtungen trotz intensiver Bemühungen des Sozial- und des Gesundheitsministeriums leider keine ausreichende Finanzierung durch die Krankenkassen analog zu den Entschädigungen, die niedergelassene Heilmittelpraxen bereits im ersten Lockdown 2020 sehr unbürokratisch erhielten.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sind Therapeut*innen im Freistaat in der Behindertenhilfe nicht in Praxen, sondern direkt bei Förderschulen und heilpädagogischen Tagesstätten angestellt. Die Krankenkassen finanzieren den Trägern dort nur tatsächlich erbrachte Therapiestunden. Und diese sind aufgrund der Schulschließungen seit einem Jahr größtenteils ausgefallen.

Barbara Stamm übergibt offenen Brief und 3.400 Unterschriften

Mehr als 3.400 Therapeuten, Angestellte und Eltern aus den Förder-Einrichtungen haben deshalb einen offenen Brief an die Staatsregierung unterschrieben, den die ehemalige Landtagspräsidentin und Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern Barbara Stamm am 17.05.2021 zusammen mit Johann Spielmann und Jochen Walter an Staatskanzleichef Florian Herrmann übergab. Begleitet wurde die Übergabe lautstark von Therapeut*innen und Betroffenen, die eindringlich auf die Systemrelevanz der Behindertenhilfe hinwiesen.

Auch Barbara Stamm tat ihren Unmut über die Situation kund:

„Nachdem wir jetzt schon über ein Jahr zugange sind, und das Pingpong-Spiel zwischen Ministerium, Bund und Land usw. nicht mehr mitmachen, und auch nicht mehr ertragen wollen, wenn ich das einmal so sagen darf, sind wir heute hier.“

Seit über einem Jahr warten die Träger der Behindertenhilfe in Bayern nun schon vergeblich auf Hilfe und hoffen nun, dass die gemeinsame Aktion die Brisanz der finanziellen Schieflage verdeutlicht und dazu führt, dass der Staat 60 Prozent der entgangenen Erlöse ersetzt.

Der Bayerische Rundfunk war vor Ort und hat die Übergabe begleitet:

Hier geht es zur Berichterstattung in unseren Presseclippings

Mehr zum Thema finden Sie auch in unseren Pressemeldungen:

Pressemeldung „Offener Brief an Ministerpräsident Söder“ vom 12.05.2021

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