„Voll behindert“: Das Kreativ Labor der Stiftung Pfennigparade präsentiert seinen ersten Film

Viele Personen mit und ohne Rollstuhl nebeneinander auf der Bühne

Rasant, sarkastisch und saukomisch – so kennt und liebt das Publikum unser Kreativ Labor. Nun hat die Theatertruppe der Pfennigparade ihren ersten Film herausgebracht: die Doku-Soap „Voll behindert“. Erfahren Sie mehr.

Am 5. Februar feierte das Kreativ Labor eine echte Premiere: Mit „Voll behindert“ zeigte die Theatertruppe der Pfennigparade ihren ersten Film. Das gesamte Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Jahren, parallel zu den laufenden Theaterproben und -aufführungen. Regie führte – wie auch bei den letzten vier Theaterproduktionen des Kreativ Labors – Moritz Franke, der auch das Drehbuch schrieb und eine der Hauptrollen übernahm.

Und darum geht es: Ein Regisseur möchte ehrenamtlich Theaterstücke mit Menschen mit Behinderungen inszenieren, weil er diese angeblich so „liebt“. Tatsächlich tyrannisiert der Nachwuchs-Spielberg die gesamte Truppe und versucht nebenbei auch noch, seine Darsteller*innen um ihre verschreibungspflichtigen Medikamente zu erleichtern. Doch die Schauspieler*innen sind alles andere als hilflos. Mit Witz, Widerspruchsgeist und einer Prise Boshaftigkeit zahlen sie es dem Möchtegern-Regisseur heim. Bis die ganze Sache völlig aus dem Ruder läuft…

Eine Theatergruppe. Ein Regisseur. Und die Frage: Wer ist hier eigentlich behindert?

Was ist echt, was Fiktion? Was ist inszeniertes Chaos und wo hält die Kamera einfach nur den ganz normalen Wahnsinn inklusiver Theaterarbeit fest? Und wer ist hier eigentlich wie „behindert“? Diese Fragen machen die filmische „Doku-Soap“ zum doppelbödigen Vergnügen. Regisseur Moritz Franke sagt: „Inspiriert durch die Serie „Jerks“ dachte ich mir: Das können wir auch!“

„Voll behindert“ beweist einmal mehr, dass man Berührungsängsten am besten durch Humor begegnet. Und dass man im Umgang mit Menschen mit Einschränkungen nur einen Fehler niemals machen sollte: Sie zu unterschätzen.

Die Schauspieler*innen waren am Premierenabend sowie bei einer weiteren Aufführung anwesend. Ein Teil der Darsteller*innen spielt auch in der Band des Kreativ Labors und performte anlässlich der Aufführungen den Titelsong sowie weitere Hits der Band.

Alexander Müller, Leiter des Kreativ Labors, freut sich über den gelungenen Abschluss des Projekts: „Die Laboranten hatten solch einen Spaß beim Dreh – da mussten wir das Projekt einfach durchziehen!“

Schauspielerin Tanja Wrede hat die Dreharbeiten genossen: „Film ist genau mein Ding. Da habe ich kein Lampenfieber und fühle mich vor der Kamera frei.“ Ihre Kollegin Sarah Fabri ergänzt: „Im Film sieht es aus, als hätten wir einmal gedreht und fertig. Aber bis wir es dann im Kasten hatten, war es ganz schön viel Arbeit. Das hätte ich nicht gedacht. Aber es hat Riesenspaß gemacht!“

Der halbstündige Film steht auf dem YouTube-Channel des Kreativ Labors
zur Verfügung – viel Spaß beim Ansehen!

Mehrere Personen mit und ohne Rollstuhl verbeugen sich auf der Bühne

Das Kreativ Labor ist ein Werkstattangebot der Stiftung Pfennigparade mit Schwerpunkt Darstellende Kunst. Die Werkstattmitarbeitenden führen jährlich ein neues Theaterstück auf und treten darüber hinaus mit der gleichnamigen Band auf. Ziel ist es, echte Unterhaltung für Menschen mit und ohne Behinderungen zu bieten – ob auf oder vor der Bühne.

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