
Tauchen hat bei Menschen wie Julian unglaubliche Erfolge erzielt. Seine Behinderung sollte gar nicht zulassen, was er inzwischen alles kann. Er bewegt seine Beine auf eine Art und Weise, die so niemand für möglich gehalten hätte. Warum wir in der Pfennigparade Tauchkurse anbieten, erfahren Sie in dieser Erfolgsgeschickte von Julian.

Das erste Mal frei bewegen
Wenn Julian in die Schwimmhalle kommt, kann es ihm nicht schnell genug gehen. Denn sobald er den ersten Fuß ins Wasser setzt, lässt die Anspannung seines Körpers nach. Jeder Zentimeter Wasser tut ihm gut! Eigentlich ist er auf den Rollstuhl angewiesen, doch im nassen Element ist er frei.
Der 19-Jährige hat eine Zerebralparese. Sein Gehirn kann seine Muskeln nicht gezielt steuern, sie sind dauerhaft verkrampft. Ein wenig, als wenn ihn eine unsichtbare Kraft festhält. Was für ihn und andere Menschen mit Behinderung an Land oft schwierig bis unmöglich ist, unter Wasser fühlt es sich ganz einfach an. „Viele erleben bei uns zum ersten Mal, wie es ist, sich ‚uneingeschränkt‘ bewegen zu können“, erklärt Manfred van Appeldorn, Tauchlehrer bei der Pfennigparade.
In unserem Therapiebecken leiten er und andere speziell ausgebildete Trainer Kurse für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Auf spielerische Art werden Muskeln aufgebaut und Koordination sowie Bewegungen verbessert – mit Erfolg. Heute kann Julian alleine schwimmen und hat sogar den Tauchschein!


Balsam für die Seele
Tauchen ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Unter Wasser lassen Julian und die anderen ihre Sorgen und den Alltagsstress hinter sich. Sie genießen das Gefühl der Schwerelosigkeit. „Es gibt mir Sicherheit, Stabilität und macht den Kopf frei,“ beschreibt Julian. Durch seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Büromanagement hat er vieles im Kopf, das ihn beschäftigt.
Auch außerhalb des Wassers werden die Tauchbegeisterten selbstständiger: Sie gewinnen an Bewegungsfreiheit hinzu und können mehr Aufgaben im Alltag bewältigen. Julian nutzt heute teilweise statt eines Rollstuhls einen Rollator und macht Ausflüge mit seinem TriBike.
