Let's dance!

Im partizipativen Tanzprojekt „Selbst-Tanz-Sein“ erleben Menschen mit und ohne Behinderung Zugehörigkeit und ein neues Gefühl für Raum.

Jeder Schwarm braucht Leitfische – um Impulse zu geben, Orientierung zu schaffen und andere in Bewegung zu bringen. Für die nächste Runde übernehmen diese Rolle Vanessa und Gina. Gina Gleissner, Sport- und Sonderpädagogin, hat zusammen mit Barbara Galli-Jeschek, Choreographin und Tanzvermittlerin, das Projekt „Selbst-Tanz-Sein“ konzipiert, das in Kooperation mit der Pfennigparade und dem inklusiven Sportverein „INSEL.Zeit“ e.V. im Frühjahr 2026 gestartet ist. Vanessa Thron ist professionelle Tanzvermittlerin und Tänzerin mit Körperbehinderung und als drittes Teammitglied dazu gekommen.

Jetzt tanzen Vanessa und Gina die Richtung vor, die anderen 14 Tänzer*innen folgen ihnen quer durch die große Turnhalle der Ernst-Barlach-Schule. Alle sind auf ihre Art in Bewegung – egal, ob sie im Rollstuhl sitzen oder am Rollator gehen. Hände malen unsichtbare Formen in die Luft, Beine gleiten über den Boden, Köpfe nicken und Oberkörper wiegen sich im Takt der Musik hin und her. Im Schwarm tanzt jeder auf ihre oder seine Art und Weise, was sich trotzdem zu einem Gruppenerlebnis mit eigener Dynamik fügt. Der Prozess ist ein Erlebnis – und zugleich ein schönes Sinnbild für Inklusion.

„Wir wissen nicht, wie die Choreografie am Ende aussehen wird“, sagt Gina Gleissner. Schließlich sollen alle Teilnehmenden Ideen und Vorstellungen einbringen können. Die Anleiterinnen geben dabei nur den Rahmen vor. In der letzten Stunde haben sie versucht, Bewegungsmuster aufzubrechen. In dieser Stunde geht es darum, wie durch Tanz ein Gruppengefühl entstehen kann. Dafür führen und folgen sich die Teilnehmenden am Seil. Sie formen Skulpturen mit ihren Körpern, bewegen sich frei durch den Raum und achten dabei auf die Bewegungen der anderen.

„Tanz ist ein Geben und Nehmen“, hatte Teilnehmerin Diana zu Beginn der Stunde gesagt. Nach eineinhalb Stunden Schwarmtanz sieht sie sich in ihrer Auffassung bestätigt: „Wir sind ein ganzes Stück weitergekommen“, sagt sie lächelnd und schiebt ihren Rollator durch die Tür.