Vor vier Jahren erlitt Markus Kellerer in Folge eines Schlaganfalls eine Hirnschädigung. Doch der 52-jährige Olchinger will sich mithilfe der Schritt: ein Praktikum in einem Fahrradladen.


Markus Kellerer war schon immer leidenschaftlicher Fahrradfahrer. Als gelernter Industriemechaniker verfügt er außerdem über technisches Grundverständnis. Das hilft ihm jetzt auf seinem Weg zurück ins Arbeitsleben. „Ich arbeite gerne, das bin ich von früher gewohnt“, sagt Kellerer. Auf eigene Initiative hat er im Fahrradladen „Rad’l Altmann“ in seinem Wohnort Olching angefragt. Seit dem Frühjahr 2026 macht er dort ein Praktikum. Es ist sein erster Schritt zurück auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Unterstützt wird er dabei seit 2024 von der Pfennigparade, die das Praktikum organisiert und begleitet. „Ein Praktikum ist ein Türöffner auf dem Weg zurück in den allgemeinen Arbeitsmarkt“, erklärt Marika Tchigladze, Jobcoach beim ChancenWerk der Pfennigparade. Sie begleitet Kellerer während des Praktikums und hält auch engen Kontakt zum Unternehmen. Schließlich soll das Praktikum im besten fall für beide Seiten eine Bereicherung sein.
Markus erlebt sie als einen sehr motivierten Praktikanten. Aber er müsse sich aufgrund seiner Hirnschädigung vieles wieder neu aneignen. „Lernen ist für mich schwierig“, sagt auch Kellerer. Aber seine Bemühungen tragen schon Früchte. Gerade wurde das Praktikum um weitere drei Monate verlängert.
„Markus ist bei uns jetzt erst einmal Zuhörer und Versteher. Und er übernimmt kleinere Aufgaben, die er kann“, sagt Alexander Altmann, Inhaber des Geschäfts. Er gibt Markus Kellerer die Zeit, in den Arbeitsalltag seinem Tempo und seinen Fähigkeiten gemäß hineinzuwachsen. „Können tu ich ja schon viel“, lacht Kellerer. Altmann und Markus Kellerer kennen sich schon lange – als Nachbarn am Ort und Fahrradfans. Aber nicht nur deshalb hat Markus Kellerer mit seiner Anfrage in dem Fahrradladen offene Türen eingerannt. Für Altmann ist Inklusion eine gesellschaftliche Aufgabe – gerade auch für Betriebe, die mit und von ihrem Umfeld leben. „Man darf grundsätzlich keinen vergessen. Punkt“, davon ist Alexander Altmann überzeugt.