Stefan Erl kann nicht laufen, aber seine Hände sind immer in Action. Er zeichnet den ganzen Tag. „Kopfhörer auf und dann geht’s ab“, sagt der kreative Kopf, der für die Skateboards von INCLU Sports die Unterseiten der Boards designt. Wie am Fließband, aber immer frei Hand kreiert Stefan ausdrucksstarke Form- und Farbkombinationen und Variationen seiner mittlerweile legendären Augenmenschen. Dabei lässt er sich von Büchern, Fotos, anderen Brands und seinen Kolleg*innen inspirieren.

„Motive mit Potenzial fotografieren wir ab und kombinieren sie dann mit Fotos oder Schriftzügen. So entstehen um die acht Grafiken im Jahr“, erklärt Gruppenleiter Andreas Spießl, der selbst auch Skateboard fährt und die Szene gut kennt. Inzwischen kennt die Szene auch Andreas und das INCLU Sports-Team. Das liegt nicht nur an den abgefahrenen Designs von Stefan, sondern auch an der hohen Qualität der handgefertigten Decks, die sie in der offenen Manufaktur der Pfennigparade seit 2019 herstellen.


Die verschiedenen Holzschichten der Decks werden mit einer speziellen Technik verleimt, sodass die Decks in der Mitte steif, aber in den äußeren Schichten flexibel sind. Nach der Pressung werden sie dann geschliffen und mit Stefans Designs bedruckt. „Wir nehmen uns Zeit für jedes einzelne Deck“, sagt Andreas Spießl.
INCLU-Boards – die beste Qualität, die man kriegen kann. Und da steckt so viel Herz drin. Ich bin Fan der Boards und des ganzen Teams.
Vincent, Skater
Um die 300 Boards produziert das INCLU-Team so jedes Jahr. Sie werden über den Onlineshop Includo, Instagram und in ausgesuchten Skateshops verkauft. Über die Jahre hat sich eine enge Bindung zwischen den Mitarbeiter*innen in der offenen Werkstatt und den Sportler*innen entwickelt. „Die Leute kommen vorbei und schauen uns über die Schulter“, erzählt Andreas. Umgekehrt schaut auch das Werkstatt-Team oft beispielsweise an der barrierefreien Skateanlage im Olympiapark vorbei, wo viele Skater INCLU-Decks fahren. Die Liebe zum Skateboard und der Sinn für gutes Miteinander verbinden diese auf den ersten Blick ziemlich unterschiedlichen Welten.



Die Behinderungen der INCLU-Mitarbeitenden stehen dabei nicht im Vordergrund. „Wir überzeugen durch Qualität und nicht, weil wir die Behindertenfahne schwenken“, sagt Spießl. Für ihn ist die große kreative Freiheit das Erfolgsgeheimnis von INCLU: „Wir können uns in jeder Hinsicht ausprobieren. Es gibt keinen Tellerrand.“ Schon gar nicht für Stefan Erl, der längst wieder über seinen Zeichenblock gebeugt ist. Schließlich soll er für das Board, mit dem INCLU auf dem „Skatewoodstock“-Festival an den Start gehen will, ein neues Design entwickeln. „Und das muss sitzen“, sagt Stefan.