Kinder stärken: Ernst-Barlach-Schulen starten Resilienzkonzept

Kinder und Jugendliche psychisch stärken: In einer Welt voller Krisen und Herausforderungen ist dies wichtiger denn je. Daher starten wir an den Ernst-Barlach-Schulen mit unserem neuen Resilienzkonzept. Erfahren Sie mehr.

Studien zeigen, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland zunehmend psychisch belastet sind. Behinderung und Krankheit kommen hier erschwerend dazu. Diese Herausforderungen stellen Risiken für die Entwicklung junger Menschen dar.

Um die seelische Gesundheit der rund 400 uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu stärken, starten wir in diesem Schuljahr an den Ernst-Barlach-Schulen daher mit einem Resilienz- und Suizidpräventionsprogramm. Es soll Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, eigene Stärken zu entdecken, Selbstvertrauen zu entwickeln – und zu erfahren, dass sie im Krisenfall Hilfe bekommen.

„Resilienz ist kein Einzelbaustein – sondern ein ganzes Konzept“


Daniela Ritter vom psychologischen Fachdienst der Heilpädagogischen Tagesstätte der EBS war beratend und begleitend in der Entwicklung des Konzepts tätig. Sie erklärt:

„Die COPSY-Studie zeigt deutlich: Viele Kinder und Jugendliche erleben hohen Stress und fühlen sich psychisch belastet – sei es durch die Klimakrise, Kriege oder die ständige Medienpräsenz. Ein einmaliger Workshop reicht da nicht aus. Wir haben deshalb ein umfassendes Resilienzkonzept entwickelt, das auf mehreren Ebenen ansetzt und auch Suizidprävention integriert.“

Das Resilienzkonzept wurde auf Basis aktueller Fachliteratur entwickelt. Dabei wurde ein multimodaler Ansatz nach Prof. Fröhlich-Gildhoff gewählt.


Konkret umfasst das Konzept verschiedene Ebenen:

  • Für Fachkräfte an der EBS wird es Fortbildungen zum Thema geben.
  • Für Kinder sind spezielle Unterrichtseinheiten, Projekte und Workshops vorgesehen, etwa zum Thema Gefühle, Stressbewältigung oder soziale Kompetenz.
  • Für Eltern bieten wir Kurse, Fortbildungen und begleitende Beratungsgespräche an.
  • Auf der Netzwerkebene sorgen wir für gute Zusammenarbeit in Fachgruppen und mit externen Anbietern wo nötig und sinnvoll

„Im Entwicklungsprozess haben wir festgestellt, dass bereits viele gute Ansätze vorhanden sind – etwa durch regelmäßige Klassengespräche, Beratungsangebote wie zum Beispiel durch den psychologischen Dienst oder spezielle Förderangebote in Gruppen.“ so Daniela Ritter. „Wir haben diese gesammelt, strukturiert und gezielt ergänzt. Vieles lässt sich in den regulären Unterricht integrieren.“

Erste Schritte zur Umsetzung sind bereits getan: Eine Broschüre informiert Schülerinnen und Angehörige über das neue Konzept. Außerdem wurde ein spezieller Raum eingerichtet, den die Schülerinnen „Wolke-7-Raum“ getauft haben. In diesem besonders ansprechend gestalteten Raum finden Entspannungsangebote wie die „achtsame Pause“ statt. Lehrkräfte finden hier passende Informations- und Unterrichtsmaterialien.

Vertrauen und Kompetenzen aufbauen, bevor Therapiebedarf entsteht

Ziel des Konzeptes ist es auch, zu einem frühen Zeitpunkt Kompetenzen aufzubauen und ein Vertrauensverhältnis zwischen den Mitarbeitenden der EBS oder des psychologischen Dienstes und den Familien aufzubauen – möglichst, bevor überhaupt Therapiebedarf entsteht.

„Psychische Probleme führen oft zu einem Engpass – Therapieplätze sind rar und nicht immer barrierefrei. Deshalb wollen wir frühzeitig unterstützen und Kinder stärken, damit sie kompetent mit Krisen umgehen können“, erklärt Daniela Ritter.

Das Thema Resilienz gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit, doch noch fehlen an vielen Schulen konkrete Konzepte und Maßnahmen. Mit der Entwicklung des Resilienzkonzepts sieht die Ernst-Barlach-Schule sich als Vorreiterin:

„Wir treten mit dem Versprechen an, dass Kinder und Jugendliche – und auch wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lebenswelt Bildung – Leichter.Leben.Lernen. Dies macht uns aus und dafür engagieren wir uns. Das Resilienzkonzept stellt dieses Engagement nun auf ein neues Fundament, welches wir auch für unsere Kinderhäuser und unsere inklusiven Kinderhäuser und unsere Phoenix-Schule anpassen und übernehmen werden.“

Exkurs: Was ist Resilienz?

Manche Menschen bleiben psychisch gesund, obwohl sie große Probleme oder ein schweres Leben haben. Diese Widerstandskraft wird als Resilienz bezeichnet. Resilienz bedeutet: Jemand kann schwierige Situationen aus eigener Kraft und mit der Unterstützung anderer bewältigen – und sogar daran wachsen.

Resilienz wird erlernt und entwickelt sich im Zusammenspiel mit anderen Menschen und mit der Umgebung. Forscher*innen haben herausgefunden, dass es Schutzfaktoren gibt, die Menschen resilient machen. Der wichtigste Schutzfaktor ist eine verlässliche Bezugsperson.

Wenn Kinder früh unterstützt werden, können sie sich besser entwickeln. Kindergärten und Grundschulen haben hier eine besondere Aufgabe: Sie sehen viele Kinder jeden Tag und können ihnen helfen, resilient zu werden. Auch für die Eltern und andere Bezugspersonen sind sie wichtige Ansprechstellen.

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