Klimaschutz mit Plan: Pfennigparade schließt Einstiegs- und Orientierungsberatung erfolgreich ab

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Wo entstehen in unseren Einrichtungen die meisten CO₂-Emissionen – und was können wir konkret dagegen tun? Diesen Fragen ist die Pfennigparade in den vergangen zwei Jahren nachgegangen, gemeinsam mit Mitarbeitenden aus allen Lebenswelten. Gefördert wurde das Projekt durch die Nationale Klimaschutzinitiative.

Klimaschutz ist für die Stiftung Pfennigparade eine zentrale Zukunftsaufgabe. Damit aus guten Vorsätzen dauerhafte Veränderungen werden, braucht es eine solide Grundlage: belastbare Zahlen, klare Prioritäten und vor allem Menschen, die mitmachen. Genau dafür hat die Pfennigparade die geförderte „Einstiegs- und Orientierungsberatung Klimaschutz“ genutzt. Begleitet wurde sie dabei von der GOS – Gesellschaft für Organisationsberatung in der Sozialen Arbeit.

Erst messen, dann handeln

Am Anfang stand der Blick auf die Zahlen. Für ausgewählte Einrichtungen wurden CO₂-Bilanzen erstellt, darunter Kindertagesstätten, Werkstätten sowie unsere Förderstätten in München und Unterschleißheim. Zur Einordnung der Ergebnisse wurden Referenzwerte vergleichbarer Einrichtungen herangezogen. Dabei zeigten sich fünf Handlungsfelder, die in allen Lebenswelten eine Rolle spielen: Gebäudeenergie (Strom und Heizung), Mobilität, Gemeinschaftsverpflegung, Materialverbrauch und Abfall.

Manches Ergebnis überraschte: In mehreren Einrichtungen geht zwischen einem Fünftel und gut 40 Prozent der Emissionen auf das Konto der Verpflegung. Und beim Thema Mobilität fällt vor allem der tägliche Arbeitsweg der Mitarbeitenden ins Gewicht.

Mit Grundriss und Stift auf Spurensuche

Auf die Analyse folgten Workshops vor Ort. Besonders gut kam dabei das sogenannte Eco-Mapping an: In Zweierteams gingen Mitarbeitende mit einem Gebäudegrundriss durch ihre Einrichtung und markierten alles, was ihnen auffiel, zum Beispiel zugestellte Heizkörper, Licht in leeren Räumen oder dauerhaft gekippte Fenster. Die Idee dahinter ist einfach: Wer täglich in einer Einrichtung arbeitet, kennt sie am besten. Mit der Methode lassen sich sogar Kinder in der Kita einbeziehen.

In den anschließenden Planungsworkshops wurden aus den Beobachtungen konkrete Ziele und Maßnahmen, jeweils mit klaren Zuständigkeiten und Zeitplänen. In der Lebenswelt Freizeit wurden Interviews geführt, in der Lebenswelt Gesundheit wurden Mitarbeitende aus dem Therapiebereich in den Methoden geschult.

Rollstulfahrerin kocht mit Hilfe von Betreuerin

Kleine Schritte mit Wirkung

Die Ergebnisse sind ganz praktisch umsetzbar:

  • Wohnen: Es wurden vegetarische Alternativen bei den Mahlzeiten eingeführt, und die Einkaufslisten werden verbindlich auf den Fleischanteil geprüft.
  • Bildung: Gruppen und die Küche der Kinderhäuser stimmen die Lebensmittelmengen besser ab, damit weniger Essen im Müll landet.
  • Arbeit: Wasserspareinsätze an den Wasserhähnen in den Toiletten senken den Verbrauch. Die Beleuchtung wird Stück für Stück auf LED umgestellt. Eine Umstellung auf biologische Reinigungsmittel wird geprüft.
  • In allen Lebenswelten: Geräte werden konsequent abgeschaltet, es wird weniger Papier verbraucht und beim Einkauf auf ökologische Kriterien geachtet.

Einige dieser Maßnahmen wurden schon während des Projekts umgesetzt. Bewusst ging es dabei nicht darum, alles auf einmal zu verändern. Klimaschutz soll kein Strohfeuer bleiben, sondern ein Prozess werden, der die Einrichtungen über Jahre begleitet. Deshalb werden die Maßnahmen jeweils für sechs bis zwölf Monate geplant, danach überprüft und weiterentwickelt.

Wie es weitergeht

Im März 2026 wurden die Ergebnisse im obersten Leitungskreis der Stiftung vorgestellt. Mit den beteiligten Einrichtungen finden seitdem regelmäßige Austauschtermine statt. Erste Strukturen zur Erfassung von Emissionsdaten sind aufgebaut.

Das Eco-Mapping soll nun an weiteren Orten zum Einsatz kommen: Die Methode ist in die Entwicklungsschwerpunkte der Stiftung für 2027 aufgenommen worden. Weitere Standorte werden ihre eigenen Begehungen durchführen. Außerdem soll der Fachkreis Nachhaltigkeit Ende des Jahres wieder zusammenkommen und die Themen aus der Orientierungsberatung aufgreifen.

Einen umfassenden Blick auf das Nachhaltigkeitsengagement der Stiftung gibt der erste Nachhaltigkeitsbericht der Pfennigparade. Darin sind auch erste Zahlen zu Energieverbrauch und CO₂-Emissionen enthalten, bislang für einen Teil der Standorte. Die Erfassung soll in den kommenden Jahren schrittweise auf weitere Standorte und Emissionsquellen ausgeweitet werden.

Über die Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Grafik mit Hinweis "Gefördert durch" und Logo von Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Nukleare Sicherheit und Logo Nationale Klimaschutzinitiative

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