Pfennigparade veröffentlicht ersten Nachhaltigkeitsbericht

Person überprüft Zustand einer Planze mit den Fingern

Die Stiftung Pfennigparade legt erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Damit setzen wir ein deutliches Zeichen für Transparenz und Verantwortung. Erfahren Sie mehr.

Die Pfennigparade hat erstmals einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht in Anlehnung an die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt. Obwohl für die Gruppe Pfennigparade derzeit keine gesetzliche Berichtspflicht besteht, setzen wir damit ein deutliches Zeichen für Transparenz und Verantwortung. Der Bericht macht deutlich: Nachhaltigkeit ist für uns weit mehr als Klimaschutz. Sie verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte mit unserem zentralen Auftrag, Menschen mit Behinderung in allen Lebensphasen und Lebenswelten zu begleiten.

Hier können Sie den Nachhaltigkeitsbericht (PDF 1,01 MB) herunterladen.

Nachhaltigkeit fest in der Strategie verankert

Mit der neuen Fünf-Jahres-Strategie für den Zeitraum 2025 bis 2030 hat die Pfennigparade Nachhaltigkeit als zentrales Handlungsfeld definiert. Zu den strategischen Schwerpunkten gehören die Förderung von Inklusion und Chancengleichheit, die Sensibilisierung für nachhaltiges Handeln, die Reduzierung von CO₂-Emissionen sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen. Gleichzeitig soll Nachhaltigkeit künftig noch stärker in Qualitätsmanagement und Unternehmenssteuerung integriert werden.

Dr. Oliver Gosolits, Vorstand der Stiftung Pfennigparade: „Ich freue mich sehr, dass mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht die Grundlage geschaffen worden ist, nachhaltiges Wirtschaften als unabdingbare gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe in das Management und die Führungsaufgaben der Gruppe Pfennigparade als festen Bestandteil zu integrieren. Damit die Zukunft auf uns zählen kann.“

Erste Bestandsaufnahme der Klimawirkung

Für den Nachhaltigkeitsbericht wurden erstmals Energieverbräuche und Treibhausgasemissionen gruppenweit erfasst. Berücksichtigt wurden 32 Standorte mit rund 51 Prozent der gesamten Gebäudeflächen.

Der Gesamtenergieverbrauch lag 2025 demnach bei 6.727 Megawattstunden. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von rund 1.900 Haushalten.

Rund 40 Prozent davon stammten bereits aus erneuerbaren Energiequellen. 38 Megawattstunden erzeugte die Pfennigparade davon selbst über Photovoltaikanlagen. Neue Stromverträge sollen den Anteil von Ökostrom in den kommenden Jahren weiter erhöhen.

Infografik zur Aufteilung des Energieverbrauchs: Insgesamt 6.727,5 MWh, davon 2.696,6 MWh (40,1 %) aus erneuerbaren und 4.030,9 MWh (59,9 %) aus nicht erneuerbaren Quellen. Der Anteil aus nuklearen Quellen beträgt 0 MWh.

Die bilanzierten Treibhausgasemissionen beliefen sich auf insgesamt 1.943 Tonnen CO₂-Äquivalente. Den größten Anteil machten Emissionen aus eingekaufter Energie aus. Erfasst wurden darüber hinaus Emissionen externer Fahrdienste, die in die Scope 3-Emissionen fallen. Sie verursachen rund ein Viertel der bislang bilanzierten Emissionen. Eine umfassendere Erfassung der sogenannten Scope3-Emissionen ist für die kommenden Jahre vorgesehen.

Kreislaufwirtschaft schafft ökologische und soziale Mehrwerte

Ein besonderer Fokus des Berichts liegt auf Projekten, die Nachhaltigkeit und Inklusion miteinander verbinden. Zahlreiche Angebote der Pfennigparade verbinden Inklusion mit Re- und Upcycling.

In der Bücherkiste etwa erhalten gespendete Bücher und Medien ein zweites Leben. Die Kerzenmanufaktur verarbeitet Wachsreste vollständig zu neuen Produkten. Bei INCLU-Sports werden Sportartikel wiederaufbereitet und weiterverwendet. Und unsere Gärtnerei am Hart setzt auf ökologischen Landbau und Permakultur.

Auch die Bienenhaltung leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit: 16 Bienenvölker produzieren jährlich rund 350 Kilogramm Stadthonig. Das gewonnene Wachs wird in der Kerzenmanufaktur weiterverarbeitet – ein gelungenes Beispiel für Kreislaufwirtschaft innerhalb der Pfennigparade.

Vielfalt als gelebte Realität

Die soziale Dimension von Nachhaltigkeit spielt bei uns traditionell eine zentrale Rolle. Im Jahr 2025 beschäftigte die Pfennigparade 1.889 Mitarbeitende. Der Frauenanteil lag bei 61 Prozent, im Top-Management bei 44 Prozent. Menschen mit Behinderung sind auch in Führungsfunktionen vertreten.

Besonders hervorzuheben ist der Anteil von Beschäftigten mit Behinderung: Mit 12,8 Prozent liegt dieser deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Quote. Die Pfennigparade versteht dies als Ausdruck ihres Selbstverständnisses als inklusive Arbeitgeberin.

Die Organisation ist überwiegend tarifgebunden. Mit einem Konzernbetriebsrat sowie lokalen Betriebsräten bestehen umfassende Mitbestimmungsstrukturen.

Risiken erkennen, Chancen nutzen

Im Rahmen einer Wesentlichkeitsanalyse wurden die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen identifiziert. Dazu gehören der steigende Bedarf an IT-Infrastruktur, der Energieverbrauch der Immobilien sowie die Bedeutung von Recycling und Wiederaufbereitung als Bestandteil des Geschäftsmodells.

Als Chance sieht die Pfennigparade vor allem die größere Transparenz, die durch die neue Nachhaltigkeitsberichterstattung entsteht. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass Investitionen in energetische Sanierungen sowie die Folgen zunehmender Hitzebelastung für besonders vulnerable Beschäftigte wichtige Herausforderungen der kommenden Jahre darstellen.

Gesellschaftliche Wirkung weit über die Organisation hinaus

Der Nachhaltigkeitsbericht beleuchtet erstmals auch die gesellschaftliche Wirkung der Angebote. Besonders deutlich wird dies bei der Entlastung von Angehörigen. Nach Berechnungen der Pfennigparade ermöglichen ihre Leistungen täglich rund 2.258 Stunden Unterstützung. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies mehr als 554.000 Entlastungsstunden.

Darüber hinaus fördert die Pfennigparade Teilhabe und Begegnung im Sozialraum. Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Unternehmen, öffentliche Märkte, Kulturveranstaltungen sowie inklusive Sport- und Freizeitangebote schaffen Gelegenheiten für Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Transparenz und Verantwortung als Leitprinzipien

Auch im Bereich Governance setzt die Pfennigparade auf klare Strukturen. Interne Revision, Kontrollsysteme, ein Hinweisgeberschutzsystem sowie der Stiftungsrat als Aufsichtsgremium sorgen für Transparenz und Compliance. Korruptions- oder Bestechungsfälle wurden im Berichtsjahr nicht festgestellt.

Blick nach vorn

Mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht hat die Pfennigparade einen wichtigen Meilenstein erreicht. In den kommenden Jahren sollen das Nachhaltigkeitsmanagement weiter ausgebaut, zusätzliche Emissionsquellen erfasst und erneuerbare Energien verstärkt genutzt werden. Auch der Bereich Compliance-Managment und Verhaltenskodex sollen weiterentwickelt und gestärkt werden.

Der Bericht macht deutlich: Nachhaltigkeit bedeutet für die Pfennigparade, soziale Teilhabe, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Stabilität gemeinsam zu denken – und daraus konkrete Maßnahmen für eine inklusive Zukunft abzuleiten.

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