Am 10. Oktober 2024 hieß es bundesweit wieder: S(ch)ichtwechsel! Auch die Stiftung Pfennigparade nahm an diesem Aktionstag teil, bei dem Werkstattbeschäftigte mit Behinderungen und Teilnehmende des allgemeinen Arbeitsmarktes ihre Arbeitsplätze tauschen. Das Ziel ist es, neue Chancen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen und Vorurteile abzubauen.
In den Werkstätten der Pfennigparade hatten wir 25 Personen aus 10 verschiedenen Unternehmen zu Gast. Sie tauschten für einen Tag ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeitenden der Förderstätte Pfennigparade Perspektive oder der Pfennigparade ChancenWerk. Unter den teilnehmenden Unternehmen waren die Bäckerei Kistenpfennig, die Landeshauptstadt München sowie der Bayerische Staatsminister für Digitales, Dr. Fabian Mehring.
Staatsminister Dr. Mehring im Test.Labor Barrierefreiheit
Ein Highlight des diesjährigen Schichtwechsels war für uns der Besuch des Bayerischen Staatsministers für Digitales, Dr. Fabian Mehring. Dr. Mehring durfte sich in unserem Test.Labor als Website-Tester versuchen und untersuchen, ob die Website seines eigenen Ministeriums so programmiert ist, dass sie barrierefrei nutzbar ist.
Der Staatsminister war begeistert von der Arbeit, die die Mitarbeiter*innen im Test.Labor Barrierefreiheit leisten: „Was hier stattfindet, ist keine Beschäftigungstherapie – ganz im Gegenteil! Menschen mit Einschränkungen sind die einzigen Expertinnen und Experten, die genau das leisten können, was hier im Test.Labor geschieht. Weil sie den spezifischen Blick auf digitale, moderne Tools der Zukunft haben und nur sie uns sagen können, wie wir beispielsweise im Bereich der Usability besser werden können. Das nützt nicht allein Menschen mit Behinderungen, sondern es nützt allen Menschen.“


Rehakunden helfen in der Bäckerei Kistenpfennig aus
Aufregend war der Schichtwechsel auch für Plamen Antov und Oleksandr Kochniev, die als Rehakunden in der Förderstätte Pfennigparade Perspektive arbeiten. Für einen Tag lang durften sie ihren Arbeitsplatz mit Mitarbeiter*innen der Bäckerei Kistenpfennig tauschen. In der Filiale in Unterföhring warteten viele neue Aufgaben auf die beiden.
Ob Tische wischen, Geschirr abtragen oder Lebkuchen anbieten: Plamen Antov und Oleksandr Kochniev waren mit großem Engagement dabei. Darüber hinaus ergaben sich einige nette Gespräche mit Kund*innen der Bäckerei. Im Gegenzug werden Mitarbeiter*innen der Bäckerei in den nächsten Tagen die Förderstätte besuchen.


Schichtwechsel im ChancenWerk
Elena Hary, Referentin Kommunikation beim Landesverband Bayern, arbeitete einen Tag lang im ChancenWerk mit. Auch sie konnte vom Schichtwechsel profitieren: „Der Schichtwechsel hat mir die Gelegenheit gegeben, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Vielfalt der Arbeitswelten zu erleben. Es war inspirierend zu sehen, wie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenarbeiten und voneinander lernen. Diese Erfahrung hat mir verdeutlicht, wie wichtig es ist, Barrieren abzubauen und den Dialog zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. Ich bin dankbar für diese Gelegenheit und hoffe, dass mehr Unternehmen in Zukunft an solchen Initiativen teilnehmen, um eine inklusive Arbeitsumgebung zu schaffen.“

Neue Einblicke gewinnen in der Druckerei Kriechbaumer
Unser Werkstattmitarbeiter Stergios Pegios war zu Gast in der Druckerei Kriechbaumer GmbH und Co.KG in München Moosach. Dort wurde er in den Ablauf einer vollstufigen Druckerei eingeführt. Er übernahm einige Aufgaben in der Sachbearbeitung und Kundenberatung. Stergios Pegios war begeistert von den Einblicken in dieses ihm unbekannte Tätigkeitsfeld – auch wenn er versicherte, dass er seinen Platz in der Werkstatt nicht hergeben wollen würde. Auch Florian Binder von der Druckerei Kriechbaumer zog ein rundum positives Fazit: „Ich war erstaunt, wie schnell sämtliche Berührungsängste verschwunden waren und nur noch der Mensch im Vordergrund stand“.
Fazit: Eine wertvolle Gelegenheit zum Perspektivwechsel
Der Aktionstag „Schichtwechsel“ war für alle Teilnehmenden ein Gewinn. Die Mitarbeitenden aus den Werkstätten der Pfennigparade hatten die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einem neuen Umfeld unter Beweis zu stellen und gleichzeitig wertvolle Einblicke in Unternehmen des regulären Arbeitsmarkts zu gewinnen. Die Mitarbeitenden der Partnerunternehmen lernten neue Perspektiven auf das Thema Arbeit kennen und konnten eventuell vorhandene Vorurteile hinterfragen. So förderte der diesjährige Schichtwechsel den Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen und trug zu mehr Respekt und gegenseitigen Verständnis bei.
Lesen Sie auch unsere Pressemitteilung zum diesjährigen Schichtwechsel. Weitere Informationen zu unseren Angeboten für Unternehmen finden Sie auf unseren Seiten.