Pressemeldung

Junge Menschen mit Behinderungen finden beim Segeln und Stand up Paddling zu eigener Stärke

Segelboot auf Olympiasee

München, 8. Juli 2025. Ohne Gefühl in den Beinen auf das Wasser? Nur den Wind als Begleiter? Die Weite entdecken und dabei sich selbst? Dieses Erleben war jungen Menschen mit schweren Behinderungen bislang verwehrt – doch das ändert sich jetzt. Im aktuellen Projekt der Stiftung Pfennigparade, das am 15. Juli 2025 in Wartaweil am Ammersee durchgeführt wird, spüren sich Kinder und Jugendliche mit teils schweren (und ohne) Behinderungen erstmals selbständig auf dem Wasser. Sie lernen in Mini 12er Booten, den kleinsten Segelbooten der Starterklasse, in dem jeder Segelnde nur allein Platz findet, das Einhandsegeln. Alternativ gibt es ein neues, bislang einzigartiges Angebot: Die jungen Menschen können per Rollstuhl das Stand up Paddling erlernen – dazu wird der Rollstuhl auf ein eigens vorbereitetes XXL-Paddel gezurrt. Es werden Tages- und dreitägige Intensivkurse für die Schülerinnen und Schüler der Ernst-Barlach-Schule ab 10 Jahren durchgeführt. Das inklusive Konzept ermöglicht jungen Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Wassersport und will sie früh und gezielt fördern, damit sie zu eigener Stärke finden.

Das Wasser bietet Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Möglichkeit, leicht und barrierefrei zu lernen. Neben der Stärkung der physischen Gesundheit, geht es hier vor allem darum, neue Fähigkeiten zu wecken, Talente zu erkennen und das Selbstvertrauen zu unterstützen.

Allein im Boot – Kinder und Jugendliche mit Behinderungen treffen, oft erstmals überhaupt, wichtige Entscheidungen für sich selbst

Die Mini 12er Boote, die kleinsten Segelboote der Starterklasse, die hier eingesetzt werden, fordern und fördern die Jungen Menschen in mehrfacher Hinsicht. Jeder Segelnde sitzt allein im Boot und trifft, oft erstmals überhaupt, wichtige Entscheidungen für sich selbst. Die Segel müssen im Wesentlichen mit den Armen umgelegt werden, so dass auch Kinder und Jugendliche ohne Gefühl in den Beinen teilhaben können. Die Schülerinnen und Schüler lernen praktisch, dass die Segelstellung vom Wind abhängt, wie man eine Wende fährt und vieles mehr. Dabei werden Motorik und Sensorik in besonderem Maße therapeutisch unterstützt. „Segeln ist Ganzkörperphysik“, erklärt Werner Otto, Projekt- und stellvertretender Schulleiter der EBS. „Gerade Menschen mit körperlichen Einschränkungen haben weniger Möglichkeiten, Gleichgewichtserfahrungen zu sammeln oder das Zusammenspiel von Kraft und Gegenkraft zu erleben. In den Mini-12er Booten spürt man unmittelbar jede Auswirkung von Gewichtsverlagerung, Segel- und Kursveränderung.“

Jeweils vier Kinder können gleichzeitig segeln, dadurch wird auch der Teamgeist gefragt. Das inklusive Miteinander fördert zudem die Motivation und ist darüber hinaus vorbildhaft für die Gesellschaft. Mitarbeitende der Pfennigparade begleiten die Kinder per Motorboot und geben Hilfestellung von außen. In Vorbereitung auf das Projekt haben die Begleitenden in ihrer Freizeit mit viel Herzblut und außerordentlichem Einsatz selbst die dafür erforderlichen Segelscheine absolviert. Offizieller Partner des inklusiven Angebotes der Pfennigparade ist die FIDS-Stiftung.

Erstmals Stand up Paddling per Rollstuhl für Kinder und Jugendliche

Zum ersten Mal überhaupt gibt es auch ein Stand up Paddling-Angebot für junge Menschen im Rollstuhl. Die Sportart, die sich in der Öffentlichkeit großer Beliebtheit erfreut, war für Menschen im Rollstuhl bislang nicht vorstellbar. Ein eigens vorbereitetes XXL-Stand up Paddel steht nun bereit. Eine spezielle Vorrichtung auf der Oberfläche ermöglicht das Festzurren des Rollstuhls, die Paddel sind groß genug, um Begleitpersonen zuzulassen. Auf diese Weise können die Kinder und Jugendlichen die Natur erstmals mit dem Rollstuhl schwimmend und gefühlt – schwebend entdecken.

Was für Menschen ohne Behinderung ein intensives Naturerlebnis, ist für Menschen mit Einschränkungen weit mehr als das

Die Selbsterfahrung auf dem Wasser bietet jungen Menschen mit Behinderung weit mehr als ein Erlebnis im Einklang mit der Natur. Sie bietet ihnen die Chance, erstmals Vertrauen in das eigene Handeln zu entwickeln, in eine Position der Stärke zu wechseln und dadurch für die Zukunft ein selbstbestimmtes Leben zu wählen. Die inklusiven Kurse werden auch in den kommenden Jahren stattfinden und sollen inklusive Schulen bundesweit zur Nachahmung anregen.

In den Schulen der Pfennigparade Ernst Barlach Schulen GmbH lernen Kinder mit und ohne Behinderung miteinander, unterstützen sich gegenseitig und erleben den Alltag gemeinsam. „Das Besondere in der EBS ist, dass die Schülerinnen und Schüler viele Erfahrungen machen können, die manchen von ihnen sonst nahezu unmöglich wären, weil die Organisation von Reisen mit Pflegekraft und allen Hilfsmitteln, mit umfassender Planung und damit auch großem finanziellen Einsatz nicht allen möglich ist. Vor allem aber machen alle gemeinsam die Erfahrung, dass gegenseitige Rücksichtnahme, eine stärkenbasierte Wahrnehmung der Mitmenschen und das tägliche Spüren von Selbstwirksamkeit Menschen verändert. Und dies unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Von Inklusion profitieren alle Menschen – das ist unsere jahrzehntelange Erfahrung“, sagt Susanne Schönwälder, Geschäftsführerin EBS der Pfennigparade.

Einhandsegeln und Stand up Paddling für Kinder und Jugendliche mit (und ohne) Behinderung am Ammersee
Selbsterfahrungsprojekt des Bildungsbereiches der Stiftung Pfennigparade

Termin: 15. Juli 2925, ab 10:30 Uhr
Adresse: Wartaweil 45, 82211 Herrsching am Ammersee
Zum Gespräch bereit: Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die am Segel- bzw. Stand up Paddling-Kurs teilnehmen, Mitarbeitende des Bildungsbereiches, die das Projekt aus Ausbildende begleiten, Projekt- und stellvertretender Schulleiter Werner Otto, Trainer Markus Mair sowie Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, Mobilnummer: 017619900448 .

Es besteht die Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen mit (und ohne) Behinderung auf dem Motorboot bspw. bei ihren Segelmanövern zu begleiten.

Einwilligungserklärungen der Eltern für Wort- und Bildbeiträge der Kinder liegen vor.

Zur Abstimmung und für weitere Informationen: Thomas Heymel, mobil: 017619900448 oder thomas.heymel@pfennigparade.de

Ihre Ansprechpartner für weitere Presseinformationen:
Heike Harenberg, Telefon: 01746688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de
Thomas Heymel, Telefon 017619900448 , E-Mail: thomas.heymel@pfennigparade.de

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