Pressemeldung

Kita-Reform: Stehen Chancengleichheit und wirklich gute pädagogische frühkindliche Bildung jetzt vor dem Aus?

Kind balanciert auf Kissen über Leitersprossen.

München, 2. Oktober 2025. Wie sieht der Kita-Alltag nach der Reform aus? Stehen Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit vor dem Aus? Die Träger sind nach wie vor finanziell unter Druck, manchen Einrichtungen droht die Schließung. Eltern sorgen sich um ihren Kitaplatz und tragen hohe Gebühren. Dabei ist es kein Geheimnis: Wertvolle pädagogische Förderung die Kinder schulfähig macht und die Sprache fördert, ist nur mit 90 Prozent Finanzierung zu machen. Der Alltag aus Trägersicht im inklusiv-konduktiven Kinderhaus der Pfennigparade mitundo in Moosach.

Münchens Träger schöpften Hoffnung, doch der Kita-Alltag zeigt, die Reform des Kita-Gesetzes löst die Probleme nicht. Sie ist allenfalls ein Reförmchen. Überforderte Familien, fehlende und nicht anerkannte Fachkräfte wie z. B. Konduktor*innen aus Ungarn, bürokratische Hürden und heillos überlastete Grundschulen, die Liste ist lang. Die Träger sind auch nach der Reform weiter finanziell unter erheblichem Druck und arbeiten nicht kostendeckend. Die Finanzierungslücke hat steigende Gebühren für die Eltern zur Folge. Manche Träger müssen ihre Einrichtung schließen. Die Kinder verlieren wertvolle Bildungszeit, Eltern können aufgrund mangelnder Kinderbetreuung nicht arbeiten. Eine Unterstützung für die Familien ist mit langwierigen Verfahren verbunden. Die Eltern können nur hoffen, dass sich schnell ein neuer Träger findet, oder sie müssen sich auf die Suche nach einem neuen Kitaplatz machen.

Chancengleichheit – das Recht auf frühkindliche Bildung ist ein Grundrecht

Wie steht es jetzt nach der Reform um die Chancengleichheit? Kinder aus prekären familiären Verhältnissen und Kinder mit Einschränkungen sind weiter klar benachteiligt. Hängt doch der Bildungserfolg ohnehin stark vom Elternhaus ab. Viele Familien sind überlastet, die Eltern arbeiten in mehreren Jobs und können ihre Kinder nicht ausreichend schulisch unterstützen. Bei einer Schließung der Einrichtung haben diese Kinder noch einmal mehr das Nachsehen. Auch der Verlust gewachsener Beziehungen zwischen pädagogischen Begleiter*innen und Kindern hinterlässt in der Regel tiefe Spuren.

Mit der fehlenden Bildungsgerechtigkeit stehen demokratische Werte im Feuer. Die Schließungen gefährden auch die Trägervielfalt. Die Kommunen sind zwar verpflichtet, einen Kitaplatz anzubieten, aber dann sind die in § 3 SGB VIII durch die Trägervielfalt garantierten unterschiedlichen Wertorientierungen und die Vielfalt von Inhalten, Methoden und Arbeitsformen in Gefahr. Hinzu kommt der Fachkräftemangel: Verkürzte Ausbildungswege erhöhen zwar die Zahl der Mitarbeitenden, verstärken jedoch den Aufwand der Träger, die bestehende Qualität zu halten. Dabei geht es nicht um eine Kritik an den neuen Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Es geht um Geld, welches Träger zusätzlich in die Qualitätssicherung stecken müssen, welches sie aber nicht haben.

Besonders Leitungskräfte fehlen. „Eine 90 prozentige Finanzierung der Kitas würde eine Entlastung auf vielen Ebenen darstellen: Elterngebühren blieben bezahlbar, auch für Familien mit geringerem Einkommen“, erklärt Susanne Schönwälder, eine von zwei engagierten Geschäftsführerinnen der Lebenswelt Bildung der Stiftung Pfennigparade. „Träger hätten genug Mittel, um klug zu wirtschaften, in Fort- und Weiterbildung zu investieren und Mitarbeitende zu halten. Und die Betriebe könnten sich über verlässliche Mitarbeitende freuen, die einen sicheren und ständigen Kitaplatz für ihr Kind haben. Zuletzt profitierten die Grundschulen, die Erstklässler aufnehmen, die tatsächlich schulfähig sind.“

Zum Gespräch bereit: Raphael Roth und Daniela Stachowitz, Leitende des inklusiven Kinderhauses der Pfennigparade Baubergerstraße, Susanne Schönwälder (Tel.: 0151/64556009) und Beate Höß-Zenker (Tel.: 0176/19900088), Geschäftsführerinnen der Lebenswelt Bildung der Stiftung Pfennigparade.

Weitere Informationen erhalten Sie außerdem zum Download: Raphael Roth und Daniela Stachowitz, Leitende des inklusiv-konduktiven Kinderhauses der Pfennigparade mitundo Baubergerstraße, berichten über weitere Hintergründe und Erfahrungen.

Interview für die Pfennigparade „Wir verlieren Talente, weil das System versagt“

Ihre Ansprechpartner für weitere Presseinformationen:
Heike Harenberg, Telefon: 01746688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de
Thomas Heymel, Telefon 017619900448 , E-Mail: thomas.heymel@pfennigparade.de

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