Pressemeldung

Neues Kinderhaus am Prinz-Eugen-Park vereint Kita und Heilpädagogische Tagesstätte unter einem Dach

Mehrere Personen stehen am Eingang des Kinderhauses mitundo Die inklusiven Kinderhäuser der Pfennigparade

Inklusives Konzept mit speziellen Förderangeboten wie ein Werkraum mit echten Werkbänken, ein Forscher-Labor mit Mikroskopen für gemeinsames (Selbst-) Erleben und ein abgedunkelter Snoezelen-Raum für ruhige, fokussierte Wahrnehmungserfahrungen

Pressemitteilung

München, 6. Juni 2023. Am 23. Juni 2023 öffnet das inklusive, konduktive Kinderhaus am Prinz-Eugen-Park des Bildungsbereiches der Stiftung Pfennigparade offiziell seine Pforten. Das Haus vereint Kita und Heilpädagogische Tagesstätte unter einem Dach und wurde speziell dafür geplant und gebaut. Mit 124 Plätzen im Kinderhaus und 16 Plätzen in der Heilpädagogischen Tagesstätte erreicht das inklusive Konzept mehr Kinder als je zuvor. Besondere Förderangebote wie beispielsweise ein Werkraum mit echten Werkbänken und ein Forscher-Labor mit Mikroskopen und anderem Zubehör bieten Raum zum gemeinsamen (Selbst-)Erleben. Ein abgedunkelter Snoezelen-Raum mit Wasserbett, auditiven und visuellen Eindrücken zur Wahrnehmungsförderung ermöglicht insbesondere Kindern mit sozial-emotionalem Förderbedarf, zur Ruhe zu kommen und fokussierte Erfahrungen zu machen. Mit der Eröffnung des Kinderhauses unterstreicht die Pfennigparade einmal mehr ihren Einsatz für eine Inklusion von Anfang an.

Im neuen Kinderhaus am Prinz-Eugen-Park kooperieren Kita und Heilpädagogische Tagesstätte gezielt unter einem Dach. Gemeinsame Aktivitäten von Kindern mit und ohne Behinderungen werden zur absoluten Normalität, unterschiedliche Förderbedarfe gehören zum Alltag. Die Kinder erleben, dass sie verschiedene Stärken haben, anderes schwerer fällt und, dass die Fachkräfte mit ihren diversen Professionen Hand in Hand arbeiten, um jedem Kind das beste Angebot zu unterbreiten. Die Kinder erkennen dabei, dass es nur darauf ankommt, wie man den Alltag gestaltet, damit alle teilhaben können. Spezielle Förderangebote mit unterschiedlichen Lernschwerpunkten bieten die Möglichkeit, sich auszuprobieren.

Werkraum mit echten Werkbänken, Forscher-Lab mit Mikroskopen, Snoezelen-Raum und vieles mehr

An Originalwerkbänken können die Kinder beispielsweise handwerkliche Erfahrungen machen, etwa beim Bau eines Vogelhauses, das später im Garten zur Beobachtung von Nistaktivitäten heimischer Vögel eingesetzt wird. Das neue Forscher-Lab mit Forscherkitteln und Zubehör bietet die Möglichkeit, die Natur mit Mikroskopen aus nächster Nähe zu entdecken und die biologischen Zusammenhänge zu erkennen. Die Kinder bauen Kisten für Schmetterlingslarven, betrachten die Larven später unter einem speziellen Spiegeltisch und vieles mehr. Ein abgedunkelter Snoezelen-Raum mit Eindrücken auf dem Wasserbett, von Klang und Farben, ermöglicht insbesondere Kindern mit ADHS und Einschränkungen aus dem Autismus-Spektrum, zur Ruhe zu kommen und fokussierte Erfahrungen zu machen. Die Räume sind für Kinder ab drei Jahren geeignet, einige Angebote können auch schon für jüngere Kinder vorbereitet werden.

„Kinder mit unterschiedlichen Hintergründen und Bedarfen kommen an diesem Ort des Lernens zusammen. Sie entwickeln sich weiter, weil sie professionell gefördert werden. Und sie wachsen aneinander, weil sie voneinander lernen. Diese Konzeptidee nennt man auch Inklusion. In diesem Haus wird aus einer Idee Realität. Dafür setzt sich die Pfennigparade seit ihrer Gründung ein“, erklärt Ernst-Albrecht von Moreau, Vorstand der Stiftung Pfennigparade, anlässlich der Eröffnung des achten Kinderhauses des Bildungsbereiches.

Besonderer Dank gilt den Förderinnen, Freunden und Sozialen Partnern der Stiftung Pfennigparade, die mit ihren Spendenbeiträgen die Ausstattung des Kinderhauses am Prinz-Eugen-Park mit ermöglicht haben.

Ganzheitliche, individuelle Förderung von Kindern mit und ohne Behinderung

Die besondere Förderung eröffnet Kindern nicht selten den Weg in ein völlig neues Leben. Zoé, 3 Jahre, hat ganz behutsam ihren Weg gefunden. Als Kind mit körperlich-motorischem Förderbedarf traut sie sich mittlerweile mit den anderen Kindern zu spielen und hat sich einen Platz in unserem Kinderhaus erobert. Durch die besondere und intensive Unterstützung der konduktiven Fachkräfte, eine liebevolle Einbindung der Eltern und das unvoreingenommene Miteinander der Kinder, hat sie sich zu einem fröhlichen Mädchen entwickelt, das sich öffnet, Freunde hat und begeistert mitmacht.

Emma, ein 6-jähriges Vorschulkind, hat in ihrer Kindergartenzeit viele neue Fertigkeiten erlernt und ist jetzt bereit für den Schulbeginn im neuen Jahr. Besonders wertvoll für sie, ist das selbstverständliche Miteinander aller Kinder im Haus, die fröhlichen Spiele-Treffen im Garten sowie die viele gemeinsame sportliche Bewegung. Die Therapie erledigt sie hier „ganz nebenbei“. Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig, damit die Ziele auch daheim umgesetzt werden können. 

Lisa, 26, ist eine junge Frau – auch sie hat Zerebralparese – und war bereits 1997 in der Pfennigparade in einer „konduktiven Kleinkindgruppe“. Damals startete sie ihren aktiven und selbstbestimmten Lebensweg. Durch die kontinuierliche Unterstützung ihrer Eltern und durch die Begleitung des transdisziplinären Teams konnte sie einen Schritt nach dem anderen gehen – Kleinkindgruppe, Kindergarten, Schule und nach der Berufsschule nun Arbeit am Empfang sowie ambulant betreutes, selbständiges Wohnen. Ein gelungener Lebensweg, der viel für Lisa bereithält – heute geht sie z. B. selbständig in die Stadt zum Einkaufen und fährt mit Freizeitassistenz ins verlängerte Wochenende.

„Kinder lernen nicht nur durch Lernaufgaben, sondern vor allem durch Beziehung, Bindung und dadurch, geistig und motorisch in Bewegung zu sein“, erklärt Beate Höß-Zenker, Geschäftsführerin des Bildungsbereiches des Stiftung Pfennigparade. „Es liegt kein Wert darin, auf welche Weise jemand etwas schafft, sondern DASS er es schafft. Und: wir lernen gemeinsam, uns miteinander und füreinander zu freuen.“
Geladene Gäste, Eltern und Angehörige, interessierte Fachkräfte sowie Besucherinnen und Besucher können die neuen Räumlichkeiten am Eröffnungstag kennenlernen und sich zum Angebot informieren.

Eröffnung des inklusiven Kinderhauses am Prinz-Eugen-Park

Bildungsbereich der Stiftung Pfennigparade

Termin zur Eröffnung: Freitag, 23. Juni 2023, 10.30 Uhr, ab 13.30 Uhr Sommerfest in der Einrichtung
Adresse:
Ruth-Drexel-Straße 96, 81927 München
Zum Gespräch bereit:
Ernst-Albrecht von Moreau, Vorstand der Stiftung Pfennigparade, Susanne Schönwälder (Tel.: 0151/64556009) und Beate Höß-Zenker (Tel.: 0176/19900088), Geschäftsführerinnen des Bildungsbereiches der Stiftung Pfennigparade, die Fachkräfte und Mitarbeitenden des neuen Kinderhauses.
Gerne ermöglichen wir Einblick in das Kinderhaus am Prinz-Eugen-Park bei Betrieb mit Kindern, im Vorfeld zur offiziellen Eröffnung. Bitte melden Sie sich bei Susanne Schönwälder unter der Rufnummer 0151/64556009.

Einwilligungserklärungen der Eltern für Wort- und Bildbeiträge der Kinder liegen vor.

Über die Bildungsbereiche der Pfennigparade

Alle Bildungsbereiche der Stiftung Pfennigparade setzten sich mit Herzblut dafür ein, dass Kinder Leichter. Leben. Lernen. Die mitundo Kinderhäuser und Kitas bieten Kindern zwischen 0 und 10 Jahren, mit und ohne Behinderung und mit unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft, in all ihrer Individualität – den geeigneten und geschützten Raum, die Welt zu entdecken, zu lernen und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Gesundheits- und Bewegungsförderung stehen im konduktiv-inklusiven Konzept ganz oben. www.mitundo-kitas.de
 
Die Phoenix Schulen und Kitas handeln kooperativ und vereinen ganzheitliche Bildung, Rehabilitation, Betreuung sowie Beratung nach inklusiven und konduktiven Grundsätzen. Im Zentrum stehen Kinder (und ihre Familien) mit Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems. Ein transdisziplinäres System mit den SchwerpunktenBegegnung. Bewegung. Bildung. verbindet Sprache, Bewegung, Rhythmus, Musik und Kreativität und fördert die Kinder in ihrer gesamten Entwicklung. www.phoenix-kf.de

In den Schulen der Ernst Barlach Schulen GmbH lernen Kinder mit und ohne Behinderung seit 50 Jahren miteinander, unterstützen sich gegenseitig und erleben den Alltag gemeinsam. Kleine Klassen, Ganztag in Verbindung mit HPT und Hort ermöglichen einen individuellen Blick auf jede Schülerin und jeden Schüler. Kennzeichnend ist außerdem die Nähe zum Regelschulsystem mit staatlichen Abschlüssen, eine intensive Berufs- und Praktikumsberatung und vieles mehr. www.ebs-m.org

Über die Stiftung Pfennigparade

Seit die Pfennigparade Anfang der 1950er Jahre als Bürgerbewegung zur Bekämpfung der Polioepidemie gegründet wurde, begleitet sie Menschen mit Körperbehinderung und anderen Beeinträchtigungen in allen Lebensphasen.
In den Lebenswelten Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Freizeit und Sport gestaltet sie aktiv inklusive Lebensräume. Dazu schafft die Stiftung mit ihren 17 Tochtergesellschaften und rund 2.500 Mitarbeiten-den mit und ohne Behinderung Strukturen, Räume und Gelegenheiten, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen. Ihre maßgeblichen Ziele sind gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungdabei, selbst-bestimmt größtmögliche Aktivität und Lebensqualität zu erreichen.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Presseinformationen:
Heike Harenberg, Telefon: 0174/6688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de

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