Pressemeldung

Pfennigparade eröffnet Laden in Schwabing mit handgefertigten Produkten aus inklusiven Manufakturen

Zwei Personen sitzen am Counter im Geschenkladen in Schwabing.

München, 27. November 2025. Endlich sinnvoll schenken? Sich selbst etwas Gutes tun? Den guten Zweck unterstützen? Das alles können die Münchnerinnen und Münchner ab 10. Dezember 2025 im neuen Schwabinger Geschäft „Geschenke. Einzigartig wie du“ der Stiftung Pfennigparade in der Rümannstraße. Hier präsentiert sich die ganze Vielfalt der Produkte aus den Werkstätten des Pfennigparade ChancenWerks. Ob kunstvoll bemalte Keramiken, feine Kerzen, duftende Seifen, nachhaltig produzierte Textilien, coole Skateboards, wunderschöne Holz- und Kreativprodukte, Honig, Postkarten oder Notizbücher – hier wird ein Jede/r fündig. Es sind alles hochwertige Unikate, die von Menschen mit Behinderung, meist aus regionalen Materialien, per Hand gefertigt und präsentiert werden. Vorschau für die Presse am 4. Dezember um 11.00 Uhr auf den neuen Wohlfühlladen, in dem das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich ist. Außerdem fußläufig ein Besuch der Produktionswerkstätte für die Keramiken; in Moosach öffnen die Kerzen- und Seifenmanufakturen ihre Türen.

Hell gestaltete Räume, Regale aus dunklem Holz, indirekte Beleuchtung, das warm gestaltete neue Geschäft der Pfennigparade in Schwabing ist eine Oase des Wohlfühlens. Doch der Laden ist nicht nur ein inspirierender Ort für sinnhafte Weihnachtsgeschenke. Er ist auch ein Ort der Begegnung und des lebendigen Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung. Hier kommt man zwanglos ins Gespräch und erfährt dabei mehr über die Arbeit in den Werkstätten.

Regale mit Produkte: Ladenkonzept Geschenkeladen Schwabing

Jede Keramik erzählt eine Geschichte in Form und Farbe. Jede ist ein handgefertigtes Unikat.

In der Keramikmanufaktur beispielsweise arbeiten zwölf Menschen mit Behinderung. Sie haben unterschiedliche Stärken. Die einen sind Expertinnen und Experten für die Formgebung, die anderen für feine Malerei und Design, andere gestalten die Rohlinge, die Struktur oder die Oberflächen. Amelie (27 Jahre) beispielsweise, ist eine äußerst talentierte Malerin mit besonderem Blick für Details, Farben und Stimmungen. Sie kämpft mit den Folgen eines Hirntumors und erlebt in ihrer künstlerischen Arbeit ihre Bestimmung. Präzise plant sie ihre Designs, führt feine Linien aus und wählt ausdrucksstarke Farben. Amelie arbeitet mit beeindruckender kreativer Kraft.

Ihre Teamkollegen*innen fertigen die Gießkeramiken, die sich ideal für Amelies feine Malerei und Detailarbeit eignen. Nach dem Guss in Gipsformen werden die Rohlinge gesäubert, entgratet, verfeinert und dann gebrannt. Dann erst folgt die Farbgestaltung mit Unterglasurfarben für die Illustrationen. Gleichmäßige Farbflächen und besondere Effekte erzielt das Team mit der Schütt- und Tauchglasurtechnik, auch Spezialtechniken wie die Bubble-Technik kommen zum Einsatz. Für figürliche und modellierte Arbeiten sowie größere Objekte, etwa für den Garten, verwenden sie unterschiedliche Arten von Ton. So entstehen Jumbo-Tassen, kunstvolle Bubble-Schüsseln mit besonderen Farbmustern, handbemalte Weihnachtsteelichter und -bäume, dekorative Stabblumen für den Garten sowie individuell gestaltete Vasen, Übertöpfe, Lampions oder bezaubernde Figuren. Alle hergestellten Keramiken werden hochwertig produziert, meist aus regionalen Materialien.

Keramikfiguren: Schmetterlinge, Blumen, Vögel

Duftende, pflegende Seifen aus entschleunigter Herstellung.

Auch die Seifenmanufaktur arbeitet nach den Regeln bester Handwerkskunst. Hier duftet nach allerlei wohlriechenden Ingredienzien. „Wir sind das Beautydepartment. Hier riecht es immer gut“, berichtet Gruppenleiterin Christina lachend. Zwölf Mitarbeitende mit unterschiedlichen Einschränkungen fertigen hier achtsam, konzentriert und komplett per Hand ganz unterschiedlichen Seifen und auch Peelings. Olivenöl, Sheabutter, Kokos-, Avocado- und Rizinusöl werden fein dosiert und, unter Einhaltung der Hygienevorschriften, sorgsam verarbeitet.

Maria (34 Jahre), Werkstattmitarbeiterin, ist für das Abwiegen der Öle und das Mischen der Farben und Düfte zuständig. Seit sie mit 22 Jahren einen Schlaganfall erlitten hat, sitzt sie im Rollstuhl. Sie stehe voll hinter ihrer Aufgabe, erklärt sie. Der Prozess finde bewusst langsam statt, damit sich die natürlichen und pflegenden Wirkstoffe nach und nach entfalten können und nicht chemisch hinzugefügt werden müssen. Der entschleunigte Prozess spiegelt das, was sich das Team auch für die Menschen wünscht, die ihre Seifen nutzen. Zeit innezuhalten und einen Moment der Ruhe zu finden. Deswegen heißen ihre Seifen auch Zeitseifen.

Zeitseife Waldspaziergang

Feine Kerzen als kleine Kunstwerke

In der Kerzengießerei geht es ebenfalls professionell zu. Ein Team von zwölf Mitarbeitenden mit Behinderungen sortiert sorgfältig gespendete Kerzenreste nach ihrer Farbe. Dann schmelzen sie die Farbgruppen zu einzelnen Platten und verarbeiten sie im Anschluss zu kleinen Würfeln. In Detailarbeit designt und gestaltet das Team dann kunstvolle Kerzen in unterschiedlichen Formen und Farben. Auch sogenannte Crashkerzen mit besonderen Farbkombinationen entstehen.

Die Kerzen gibt es auch als kleine Kunstwerke, die nicht vermuten lassen, dass es sich überhaupt um Kerzen handelt, zum Beispiel farbenfrohe Kuchen und Torten oder kleine Geschenke. Sophie, Gruppenleiterin, liebt ihre Arbeit und wünscht sich weit mehr Offenheit innerhalb der Gesellschaft: „Ich habe gelernt, Mensch ist Mensch – egal, ob mit oder ohne Behinderung“, stellt sie fest.

Buddhaköpfe als Kerzen und Crashkerzen in einem Regal

Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind im internationalen Vergleich einzigartig in Bezug auf die Teilhabe am Arbeitsleben von voll erwerbsgeminderten Menschen

Menschen mit Unterstützungsbedarf, die keinen eigenständigen Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt bekommen, steht mit den Werkstätten ein sicherer, wohnortnaher Arbeitsplatz und umfassende berufliche Bildungsangebote zur Verfügung. „Die Menschen sind eigenständig krankenversichert und haben Zugang zu Rentenversicherungsleistungen, die ihre behinderungsbedingten Nachteile ein Stück ein Stück weit ausgleichen. Das ist eine soziale Errungenschaft unseres Nachkriegsdeutschlands, die unsere Nachbarländer für diese Gruppe Menschen so nicht bieten. Aber natürlich ist auch Reformbedarf gegeben. Der Werkstattlohn ist ohne Frage verbesserungsbedürftig. Ich unterstütze die Forderung der Menschen mit Behinderungen nach einem auskömmlichen Einkommen, das anrechnungsfrei auf andere Reha-Leistungen, welche die Menschen benötigen, gezahlt wird. An der Stelle ist die öffentliche Hand gefordert, da die Werkstätten dieses Einkommen durch ihre produktive Leistung nicht selbst erwirtschaften können“ sagt Dr. Oliver Gosolits, Vorstand der Stiftung Pfennigparade.

Vorschau auf den Laden der Pfennigparade sowie Einblick in inklusive Manufakturen mit handgefertigten Produkten (für Keramiken, Kerzen und/-oder Seifen)

Termin und Adresse: Vorschau für die Presse am 4. Dezember 2025 um 11.00 Uhr, Ladengeschäft „Geschenke. So einzigartig wie du“ in der Rümannstraße 5, 80804 München, (Ladenöffnungszeiten ab 10. Dezember 2025, Mo–Do 9–16 Uhr, Fr 9–13 Uhr), im Anschluss fußläufig ein Besuch der Keramikmanufaktur, und /oder ein Besuch der Seifen und/- oder Kerzenmanufaktur in Moosach, Einrichtungen des Pfennigparade ChancenWerks.

Zum Gespräch im Laden bereit: Mitarbeitende im Laden mit Behinderung, Expertinnen und -experten der Produktion sowie Werkstattmitarbeitende, die zu den Herstellungsprozessen der handgefertigten Unikate berichten, Veronika Moj, Marketing und Kommunikation, Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, Mobilnummer: 0151 19 55 84 99 sowie Claas Schiffer, Bereichsleiter im ChancenWerk der Pfennigparade.

Im Anschluss: Besuch in den Manufakturen (Keramiken in Schwabing und/ oder Kerzen und Seifen in Moosach): Einblick in verschiedene Arbeitstechniken und in den Herstellungsprozess, Demonstration aktueller Arbeiten, Gespräch mit Werkstattmitarbeitenden mit Behinderung

Einwilligungserklärungen für Wort- und Bildbeiträge liegen vor.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Presseinformationen:
Heike Harenberg, Telefon: 01746688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de

Die Pressemitteilung zum Download

Pressebilder zum Download

Zurück zur vorherigen Seite