Ab 21. Januar 2025 hängen eine Woche lang über die ganze Stadt verteilt an Bus- und Tramhaltestellen Plakate der Stiftung Pfennigparade, die fünf Menschen bei Sportarten zeigen, die sie aufgrund ihrer Behinderungen eigentlich nicht ausüben können l Neue Kampagne „Unsere Mission: Möglich machen“ rückt Potenziale von Menschen mit Einschränkungen in den Blick und zeigt, dass Teilhabe in wirklich allen Lebensbereichen möglich ist.
Geht das? Und ob das geht. Ob Bergwandern, Klettern, Skifahren oder Stand up Paddeln – die Stiftung Pfennigparade macht Sportarten für Menschen möglich, die sie aufgrund ihrer Behinderung eigentlich nicht ausüben können. Dabei entdecken die Sportlerinnen und Sportler häufig ungeahnte Fähigkeiten und entwickeln ein stärkeres Selbstvertrauen. „Unsere Mission: Möglich machen“ heißt die neue Kampagne, deren Plakate ab 21. Januar 2025 eine Woche lang über die ganze Stadt verteilt an Bus- und Tramhaltestelle zu sehen sind und die zeigt, dass Teilhabe in jedem Lebensbereich möglich ist.
Geht nicht, gibt’s nicht: Ob Bergwandern, Klettern oder Stand up Paddling, Plakataktion in München zeigt, dass Menschen mit Behinderung über sich hinauswachsen können, wenn man es ihnen ermöglicht
Fünf sportbegeisterte junge Leute bilden den Mittelpunkt der neuen, geförderten Plakataktion, mit der die Stiftung Pfennigparade ab 21. Januar 2025 eine Woche lang in München zeigt, dass Teilhabe überall möglich ist. Dafür überwindet die Pfennigparade vermeintliche Grenzen, hinterfragt Bestehendes und entwickelt völlig neue, auch unkonventionelle Lösungen.
„Kathi und Falk“ sitzen beide im Rollstuhl und sind seit Kurzem begeisterte Stand up Paddler
Falk Sradnick und seine Frau Katharina Müller haben sich vor 14 Jahren beim Rollstuhltanzen kennengelernt. Sie wohnen gemeinsam in einer Wohnung der Pfennigparade und sind seit Kurzem leidenschaftliche Stand up Paddler. Falk hat von Geburt an eine Spastik an vier Extremitäten und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Kathi wird durch Pflegepersonal und eine Assistenz unterstützt. „Das Stand Up Paddling hat etwas Spektakuläres“, beschreibt Kathi ihre Erfahrungen. Sie empfinde ein Gefühl von Freiheit, das sie so noch nie erlebt habe. „Auf dem Wasser können wir unsere massiven Einschränkungen eine Zeit lang vergessen“, sagt Falk. „Das Zusammensein mit anderen Menschen macht mir außerdem viel Spaß und durch den Sport habe ich deutlich weniger Schmerzen.“
Die Pfennigparade nutzt ein spezielles, fünf Meter langes Inklusions-SUP, um Kathi und Falk den Sport zu ermöglichen. Die Rollstühle werden mithilfe einer speziellen Vorrichtung auf der Oberfläche festgezurrt, auch Begleitpersonen haben Platz. Auf diese Weise können Kathi und Falk die Natur mit dem Rollstuhl schwimmend und gefühlt schwebend entdecken.

Seit „Basti“ mit 19 Jahren vom Balkon stürzte, ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Das Bergwandern ist für ihn Herausforderung und Aufarbeitung zugleich
Sebastian Richter liebt die Berge und sucht die Herausforderung. „Das Gefühl, etwas zu schaffen, auch wenn es mehrere Anläufe braucht, ist einfach toll,“ sagt er. Basti war 19 Jahre alt, als er vom Balkon stürzte, seither hat sich vieles verändert. Das Wandern sei für ihn auch eine Art Aufarbeitung, meint er. Basti hat seit dem Sturz mit der Höhe zu kämpfen, trotzdem hat er es geschafft, die Rotwand zu bezwingen. Die Wanderungen machen ihm viel Spaß. „Man hat ja auch ab und zu mal einen Durchhänger. Da finde ich diese Touren besonders gut, weil man eigentlich immer mit einem positiven Gefühl heimkommt und ein gemeinsames Erlebnis hatte.“

„Charlotte“ klettert über sich hinaus
Charlotte ist 15 Jahre alt, geht in die 9. Klasse der Ernst-Barlach-Schule. Seit sie zum ersten Mal die hohe Kletterwand in der Aula der Schule gesehen hat, wünschte sie sich nichts sehnlicher, als es selbst zu versuchen. Charlotte hat eine Dystone Zerebralparese, eine Bewegungsstörung aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung, alle vier Extremitäten sind betroffen. Sie muss jede Bewegung mit großer Konzentration und Kraftanstrengung ansteuern und ausführen. Das hält Markus Mair, seit 29 Jahren bei der Stiftung Pfennigparade und Bereichsleiter Handwerk, jedoch nicht ab, ihr das Klettern beizubringen. Markus hat, neben seiner Aufgabe in der Werkstatt, sein Hobby zum Beruf gemacht. Er klettert seit 40 Jahren und bietet in der Pfennigparade Kurse für Erwachsene und jetzt auch für Kinder an. Ein „Geht nicht“, gibt es für ihn nicht. „Draußen in der Natur zu sein, zu klettern, so etwas zu erleben, das ist vielen Menschen aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung verwehrt“, sagt er. „Wir unterstützen die Menschen, über sich hinauszuwachsen und diese Erfahrung in den Alltag einzubringen. Durch solche Erlebnisse merken sie sehr direkt, was sie eben doch alles können.“
Seit 10 Jahren führt Markus auch Skiausfahrten für Menschen mit Behinderungdurch, mittlerweile viele mit Kindern. „Egal, welche Einschränkung, egal welche Kondition, wir schaffen das schon gemeinsam“, lächelt er. Die Begleitfahrer*innen bildet er gleich mal selbst aus, auch Eltern können die Ausbildung bei ihm absolvieren.

Warum wurde die Kampagne ins Leben gerufen? Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, erläutert die Beweggründe: „Offenheit und Mut für neue und unkonventionelle Möglichkeiten in allen Lebensbereichen. Chancen ermöglichen, die bisher nicht möglich waren. Das ist es, was wir mit dieser Kampagne bei den Menschen auslösen möchten, damit die Zukunft auch wirklich auf uns alle zählen kann.“
Denn wir finden: Ob etwas möglich ist, weiß man erst, wenn man es ausprobiert hat. Und das ist unsere Mission: Es möglich zu machen!



Begleitung der Sportlerinnen und Sportler
mit Behinderung im Alltag
Adresse: Pfennigparade Ernst-Barlach-Schulen GmbH, Barlachstr. 26, 80804 München
Begleitung/ Gespräch mit den Sportlerinnen und Sportlern: Kathi, Falk (Stand up Paddling), Charlotte (Klettern) und Basti (Bergwandern) im Alltag
Außerdem zum Gespräch bereit: Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, Mobilnummer: 0176 19900448 sowie Markus Mair, Experte und Projektleiter Klettern, Skifahren, Bergwandern, Bogenschießen und mehr
Einwilligungserklärungen der Eltern für Wort- und Bildbeiträge der Kinder liegen vor.
Für die Anbahnung von Gesprächen: Thomas Heymel, Mobilnummer: 0176 19900448
Ihre Ansprechpartnerin für weitere Presseinformationen: Heike Harenberg, Telefon: 01746688516, E-Mail: heike.harenberg@harenbergpr.de
Über die Stiftung Pfennigparade
Seit die Pfennigparade Anfang der 1950er Jahre als Bürgerbewegung zur Bekämpfung der Polioepidemie gegründet wurde, begleitet sie Menschen mit Körperbehinderung und anderen Beeinträchtigungen in allen Lebensphasen.
In den Lebenswelten Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Freizeit und Sport gestaltet sie aktiv inklusive Lebensräume. Dazu schafft die Stiftung mit ihren 15 Tochtergesellschaften und rund 2.500 Mitarbeiten-den mit und ohne Behinderung Strukturen, Räume und Gelegenheiten, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen. Ihre maßgeblichen Ziele sind gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung dabei, selbst-bestimmt größtmögliche Aktivität und Lebensqualität zu erreichen.