Pressemeldung

Wie drei Menschen mit Behinderung zu Vorbildern für Mut und Tatkraft werben

Die 3 Hauptpersonen der Kampagne

München, 13. Januar 2026. Manche Schicksalsschläge sind so schwer, dass sie kaum vorstellbar sind. Ein Brand etwa, der alles verändert. Die Diagnose, die das Leben einer ganzen Familie auf den Kopf stellt oder eine schwere Krankheit, die von Geburt an den Alltag bestimmt. Wolfgang (64), Tommy (11) und Woo (25) erleben genau das am eigenen Leibe. „Damit es weitergeht“ heißt die neue Kampagne der Pfennigparade, deren Plakate ab dieser Woche über die ganze Stadt verteilt, an Bus- und Tramhaltestellen, zu sehen sind und die drei Menschen mit Behinderung mit besonders schweren Schicksalsschlägen portraitiert. Alle drei Protagonisten haben in der Pfennigparade einen Anker gefunden, ihre innere Kraft entwickelt und gestalten ihren Alltag aktiv und selbstbestimmt. Ihr Mut und ihre Tatkraft sind vorbildlich – nicht allein für den Umgang mit Lebenskrisen.

Drei Menschen unterschiedlichen Alters, drei besonders schwere Schicksale. Es sind Menschen, die dem Leben mutig die Stirn bieten. Menschen, für die es weitergeht – mit der Pfennigparade.

Ein Brand, der das ganze Leben verändert


Wolfgang (64 Jahre), ist mit dem Auto unterwegs, als er plötzlich eine große Hitze spürt. Es ist das Letzte, was er für 7 Monate wahrnehmen wird. Als er zu sich kommt, hat er alles verloren. Seine Gesundheit, seine Wohnung und auch die früheren Freunde bleiben nach und nach aus.

Seine Haut ist zu 30 Prozent vollständig verbrannt, weitere 30 Prozent der Hautoberfläche zeigen Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Weit mehr als 100 Operationen hat er hinter sich. Ein Jahr lang schaut er nicht in den Spiegel. In seinem früheren Leben war Wolfgang Produktmanager und leitete ein internationales Team. Mit großer innerer Kraft kämpft er sich zurück.

In der Pfennigparade findet Wolfgang neuen Lebensmut und eine Aufgabe, die ihn zutiefst erfüllt. Im ChancenWerk, einer Werkstatt der Stiftung, testet er im Auftrag unterschiedlicher Kunden Internetseiten auf Barrierefreiheit. Nicht nur beruflich hat er sich neu erfunden. Auch in seiner Freizeit trägt er dazu bei, seinen Stadtteil barrierefrei zu gestalten. Er habe sich für diese Arbeit entschieden, weil sie vielen Menschen helfe, erklärt er.  „Es geht weiter, wenn auch anders. Ich nehme jeden Tag, wie er kommt“, sagt er. „Heute bin ich mindestens genauso glücklich wie damals. Weil das, was ich tue, Sinn macht.“

Eigenständig leben – trotz Elektrorollstuhl und dauerhafter Beatmung

Woo (25 Jahre), hat von Geburt an eine fortschreitende Muskelerkrankung. Er ist stark eingeschränkt, nutzt einen Elektrorollstuhl und muss dauerhaft beatmet werden. Als kleiner Junge saß er noch nicht im Rollstuhl. Seine gesundheitliche Situation hat sich nach und nach verschlechtert. „In der Pfennigparade wurde ich zum ersten Mal richtig beschult, davor konnte ich aufgrund meiner Einschränkungen nur zuhause sein“, erzählt er. Dreizehn Jahre alt war er da.

Woo kommt ursprünglich aus Südkorea und wohnt heute in einer Intensivfördergruppe der Pfennigparade. Er führt ein WG-Leben mit allem, was für einen jungen Menschen dazu gehört: gemeinsam Kochen, ins Kino gehen, Konzerte besuchen und zusammen Ferien machen. In der Intensivfördergruppe steht rund um die Uhr Pflegepersonal bereit, das die Bewohnerinnen und Bewohner dabei unterstützt, ihren Alltag weitgehend eigenständig zu gestalten. Woo nutzt das gesamte therapeutische Angebot der Pfennigparade. Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie stimmen sich ab und ergänzen sich ideal. „Die Hände sind für Woo das Tor zur Welt“, sagt Ergotherapeut Sebastian Morzissek. „Wir versuchen so lange wie möglich, alle Funktionen zu erhalten. Denn mit den Händen steuert er seinen eRolli, arbeitet am Computer, zockt er seine Videospiele und tritt über diese Community in den Außenkontakt.“

Trotz aller Herausforderungen begegnet Woo dem Leben unfassbar positiv. „Ich sehe die Krankheit als einen Teil von mir“, sagt er. „Ich lasse mich davon nicht beirren und gehe meinen Weg.“ Das zeigt er auch beruflich. Derzeit macht er eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement.

Am wertvollsten ist die Zeit – mit der Familie

Tommy (11 Jahre) hat eine äußerst seltene, ebenfalls fortschreitende, genetische Erkrankung. „Ab etwa dem fünften Lebensjahr fiel uns auf, dass Tommy zunehmend einen ausgeprägten Zehenspitzen­gang zeigte – vor allem auf dem rechten Bein. Anfangs wirkte es wie eine Phase, doch die Auffälligkeit verstärkte sich stetig. Dinge, die zuvor selbstverständlich waren – rennen, hüpfen, balancieren – wurden für ihn sichtbar anstrengender“, berichtet Tommys Mutter Veronika. Tommy hat noch einen Zwillingsbruder ohne Einschränkung.

Für die Familie ändert sich das gesamte Lebensumfeld, als Tommy auf den Rollstuhl angewiesen ist. Sie zieht von einer kleinen Münchner Stadtwohnung, in der Bad und Garten nur schwer zugänglich waren, in einen Vorort, um sich räumlich zu vergrößern. Umfangreiche und kostenintensive Umbauten sind auch hier nötig, um das Haus rollstuhlgerecht zu gestalten.

Tommy konnte an der Regelschule nicht länger teilhaben und besucht nun die Phoenix-Schule. Dort bekommt er die Unterstützung, die er braucht. „Da wir ländlich wohnen, fehlen vor Ort inklusive Freizeitangebote sowie barrierefreie Begegnungsmöglichkeiten mit anderen Kindern. Umso wertvoller ist es, dass Tommy nun seine Hobbys ausüben und Freundschaften pflegen kann – alles in einem inklusiven und geschützten Rahmen.“ Tommys Mutter ist dankbar, dass ihr Sohn sich gut eingelebt hat – und dass seine Therapien nun in den Schulalltag integriert sind. „Die Nachmittage gehören uns als Familie. Wir können schöne Dinge unternehmen und müssen nicht nur von Therapie zu Therapie fahren.“ So hat die Familie mehr von dem, was am wertvollsten ist. Zeit.

Für Wolfgang, Woo und Tommy geht es weiter – mit der Pfennigparade

Harte Schicksalsschläge, die das Leben verändern, treten unerwartet und unverschuldet auf. Sie können jede(n) treffen. Es sind Situationen, die Menschen an ihre Grenzen bringen und auch darüber hinaus. Damit diese Menschen die Unterstützung erfahren, die sie brauchen und neu Fuß fassen können – dafür braucht es jeden Einzelnen. Spendenkonto: SozialBank AG, Stiftung Pfennigparade, IBAN: DE26 3702 0500 0007 8555 00.

Begleitung der Protagonisten mit Behinderung im Alltag

„Damit es weitergeht“ der Pfennigparade an Münchens Bus- und Tramhaltestellen
Adresse: Stiftung Pfennigparade, Barlachstr. 26-36, 80804 München

Begleitung/Gespräch mit den Protagonisten im Alltag: Wolfgang (hat sich als Brandopfer nicht nur beruflich neu erfunden und erlebt mit seiner Aufgabe im Test.Labor im ChancenWerk der Pfennigparade seine Bestimmung) und Woo (wohnt in der Intensivfördergruppe, führt ein WG-Leben trotz E-Rollstuhl und dauerhafter Beatmung und macht, dank einer ersten Beschulung mit 13 Jahren, heute eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement). Begleitung und Gespräch sind sowohl bei Wolfgang als auch Woo möglich.
Möglich ist ein Gespräch mit der Mutter von Tommy, deren Leben als Familie mit Zwillingen einmal vollständig auf den Kopf gestellt wurde und für die Zeit das höchste Gut ist. Für Fragen zur Kampagne steht außerdem Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, bereit (Mobilnummer 0176.19900448).

Für die Anbahnung von Gesprächen:
Thomas Heymel, Leiter Corporate Development der Stiftung Pfennigparade, Mobilnummer: 017619900448.

Einwilligungserklärungen für Wort- und Bildbeiträge liegen vor.

Über die Stiftung Pfennigparade

Seit die Pfennigparade Anfang der 1950er Jahre als Bürgerbewegung zur Bekämpfung der Polioepidemie gegründet wurde, begleitet sie Menschen mit Körperbehinderung und anderen Beeinträchtigungen in allen Lebensphasen.
In den Lebenswelten Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Freizeit und Sport gestaltet sie aktiv inklusive Lebensräume. Dazu schafft die Stiftung mit ihren 13 Tochtergesellschaften und rund 2.600 Mitarbeitenden mit und ohne Behinderung Strukturen, Räume und Gelegenheiten, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit und ohne Handicap begegnen und gefördert werden. Ihre maßgeblichen Ziele sind Förderung, gesellschaftliche Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungdabei, selbstbestimmt größtmögliche Aktivität und Lebensqualität zu erreichen.

Das genannte Test.Labor im ChancenWerk der Pfennigparade, ist Teil der Lebenswelt Arbeit der Pfennigparade. Es bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten – von der komplexen IT-Dienstleistung für externe Unternehmen bis hin zu handwerklichen und künstlerischen Tätigkeiten. Vielfältige Bildungs- und Qualifizierungsangebote eröffnen berufliche Chancen innerhalb der Pfennigparade oder in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes.

Die vorgestellte Intensivfördergruppe ist Teil der Lebenswelt Wohnen der Pfennigparade, in der sich ein breit gefächertes Angebot an Wohnformen findet, die perfekt auf die jeweiligen Unterstützungsbedarfe zugeschnitten sind. Passende Zusatz- und Assistenzdienste inbegriffen.

Die Lebenswelt Bildung der Pfennigparade bietet für junge Menschen von zehn Monaten bis circa 25 Jahren, mit und ohne Körperbehinderung, das individuell passende Bildungsangebot: Es reicht von der Kita über die schulvorbereitende Einrichtung, zwei Förderzentren mit Grund- und Mittelschulstufen- eines davon mit konduktivem Förderkonzept bis zur Real- und Fachoberschule. Heilpädagogische Tagesstätten und Therapieangebote ergänzen es. Tommys Therapien sind an der Phoenix Schule in den Alltag integriert.

Die Pressemitteilung zum Download

Die Pressebilder zum Download

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Presseinformationen: Thomas Heymel, Telefon: +49 (89) 8393-8002, E-Mail: thomas.heymel@pfennigparade.de

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