Echt. Menschlich. Miteinander.

Helfen Sie Menschen nach einem Schicksalsschlag dabei, neuen Lebensmut zu fassen und Perspektiven zu entwickeln.

Die meisten geben

Ein echter Optimist: Jasper blickt nach vorne

Ein Herzstillstand reißt Jasper mitten aus seinem Studentenleben. Was folgt, ist ein langer Weg zurück in die Selbstständigkeit. Auch wenn er nur noch schemenhaft sehen kann, blickt Jasper heute nach vorne und verfolgt neue Ziele. Dabei helfen ihm Geduld, Optimismus und eine Gemeinschaft, in der er sich aufgehoben fühlt.

ECHT. MENSCHLICH. MITEINANDER.

Helfen Sie Menschen nach einem Schicksalsschlag dabei, neuen Lebensmut zu fassen und Perspektiven zu entwickeln.

Vor elf Jahren veränderte sich Jaspers Leben von einem Moment auf den anderen auf dramatische Weise. Bis dahin war er ein aktiver und gesunder Student. Er traf sich gerne und oft mit seinen Freunden, feierte, machte Urlaub und malte sich seine Zukunft aus.

Eines Morgens erleidet er beim Joggen einen Herzstillstand. Einfach so, ohne Voranzeichen. Die Folgen sind gravierend: Seine Sehfähigkeit ist stark eingeschränkt, er kann nicht mehr sprechen, nicht mehr gehen. „Direkt nach dem Herzstillstand konnte ich mich nur mit Blinzeln verständigen. Einmal blinzeln bedeutete Ja, zweimal Nein“, erinnert sich Jasper.

Eine lange, intensive Zeit in der Reha beginnt. Einige Fähigkeiten kehren zurück, andere nicht. Jasper sieht heute nur noch Farben, Formen und grobe Umrisse. Auch beim Gehen und Sprechen hat er Schwierigkeiten. Und Jasper muss vieles neu erlernen, das für die meisten Menschen selbstverständlich ist: sich anziehen, duschen, essen.

Jasper früher mit seinem Team bei einem Laufevent

Kleine Fortschritte, große Wirkung

Jasper vor seiner Tastatur

Schritt für Schritt kämpft Jasper sich zurück ins Leben. Mit viel Mühe und Geduld holt er sich seine Sprache zurück. Erst lernt er einzelne Laute, dann Wörter und schließlich ganze Sätze. Heute kann er wieder sprechen, auch wenn es etwas Zeit und Geduld beim Zuhören braucht.

Jasper arbeitet seit mittlerweile vier Jahren im Test.Labor, einer Werkstattgruppe der Pfennigparade. Stillzusitzen war nie sein Ding, deshalb wollte er nach der Reha möglichst schnell wieder einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Im Test.Labor hat Jasper nicht nur eine sinnvolle Aufgabe gefunden, sondern einen Platz, an dem er gebraucht wird. Spenden helfen, solche inklusiven Arbeitsangebote zu erhalten und weiterzuentwickeln. Hier kann er sich einbringen, Verantwortung übernehmen und Teil einer Gemeinschaft sein.

Nach seiner Zeit in einer Wohngruppe für Menschen mit erworbener Hirnschädigung lebt Jasper heute im Prinz-Eugen-Park, einer weiteren Wohngruppe, die zur Pfennigparade gehört. Hier erhält er bei Bedarf jederzeit Unterstützung. Denn der Alltag ist für Jasper weiterhin mit Herausforderungen verbunden.

Hilfe zu bekommen, wenn man sie braucht, ist etwas Schönes.

Jasper, wohnt und arbeitet bei der Pfennigparade

Gut, dass es Menschen wie Madita gibt, die ihn im Alltag begleiten und unterstützen. Beim Einkaufen hilft sie ihm dabei, die richtigen Produkte zu finden. Sie unterstützt ihn bei Behördengängen oder hilft beim Kochen. „Hilfe anzunehmen ist für mich nichts Negatives“, sagt Jasper. „Hilfe zu bekommen, wenn man sie braucht, ist etwas Schönes. Und Hilfe anzubieten auch. Jeder Mensch kann plötzlich auf Unterstützung angewiesen sein. Darüber denkt man oft nicht nach, solange man gesund ist.“

Dort, wo er sich gut auskennt, ist Jasper allein unterwegs. Denn er versucht, so viel wie möglich echte Selbstständigkeit zu leben. Technische Hilfsmittel erleichtern ihm den Alltag. Er nutzt eine spezielle Tastatur zum Schreiben und digitale Assistenzsysteme, um Musik, Hörbücher oder andere Funktionen zu steuern.

„Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht, alles allein schaffen zu müssen. Es bedeutet, selbst entscheiden zu können“, stellt Jasper klar.

Jasper und Madita im Supermarkt

Neue Träume, neue Ziele

Jasper an der Tramhaltestelle

Jasper hat nicht mehr alle Fähigkeiten, die er einmal hatte – doch seine Träume hat er nicht aufgegeben. Er richtet seinen Blick auf das, was möglich ist und verfolgt neue Ziele: Gerne würde er sein Studium wieder aufnehmen. Sein früheres Interesse an Biologie ist noch da; inzwischen denkt er aber darüber nach, lieber Soziale Arbeit zu studieren. Seine Erfahrungen könnten auch für andere Menschen wertvoll sein.

Dabei würde ihm sein gutes Gedächtnis helfen. Termine, Absprachen oder Uhrzeiten kann er sich erstaunlich gut merken. Oft weiß er Wochen oder sogar Monate im Voraus, wann ein Termin stattfindet. Dass er sich nicht so leicht Notizen machen kann, hat seine Merkfähigkeit verbessert.

Jasper wünscht sich Offenheit und echtes Interesse

Wer Jasper begegnet, erlebt einen Menschen, der optimistisch bleibt und nicht aufgibt. Geduld ist dabei wichtig. „Am Anfang habe ich die Fortschritte jeden Tag gemerkt. Heute sind sie kleiner. Aber sie sind immer noch da.“

Jasper wünscht sich einen offenen Umgang mit Menschen mit Behinderung. Oft erlebt er, dass körperliche Einschränkungen vorschnell mit anderen Einschränkungen gleichgesetzt werden. „Nur weil ich anders gehe oder meine Hände anders bewege, heißt das nicht, dass ich weniger verstehe.“

Deshalb freut er sich über Menschen, die auf ihn zugehen, Fragen stellen und echtes Interesse zeigen. Auch Madita schätzt genau diese Offenheit an ihm – außerdem aber auch seinen Humor, seine Geduld und seine positive Art.

Jasper vor einem Gebäude

Wenn ich zurückblicke, bin ich stolz darauf, wie viel ich nach dem Herzstillstand wieder erreicht habe: mit meiner Situation umzugehen, neue Wege zu finden und mein Leben weiterhin aktiv zu gestalten.

Jasper, bleibt optimistisch

Jasper und Madita mit dem Führring

Für Jasper steht die Pfennigparade vor allem für Zusammenhalt: „Hier unterstützen sich die Menschen gegenseitig. Das gefällt mir sehr.“

Jaspers Geschichte zeigt, dass Selbstbestimmung viele Formen haben kann. Manchmal bedeutet sie, sich Unterstützung zu holen. Manchmal bedeutet sie, jeden Tag ein kleines Stück dazuzulernen. Und manchmal bedeutet sie einfach, nicht aufzugeben.

Jasper hat schon vieles geschafft. Und er blickt weiter nach vorne. Mit neuen Zielen und dem festen Wunsch, sein Leben aktiv zu gestalten.

Jaspers Weg zeigt: Inklusion entsteht nicht von allein. Sie braucht Orte, Menschen, Zeit und die richtigen Hilfsmittel. Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass mehr Menschen wie Jasper selbstbestimmt leben, arbeiten und ihre Ziele verfolgen können.

Echt. Menschlich. Miteinander. Auch diese Geschichten bewegen:

Entdecken Sie weitere Menschen aus der Pfennigparade und erfahren Sie, wie Mut, Unterstützung und Gemeinschaft neue Wege eröffnen.