Echt. Menschlich. Miteinander.

Helfen Sie Menschen nach einem Schicksalsschlag dabei, neuen Lebensmut zu fassen und Perspektiven zu entwickeln.

Die meisten geben

Eine echte Kämpfernatur: Sassy gibt nicht auf

Wenn Sassy von ihrem Leben erzählt, spricht sie nicht über das, was verloren gegangen ist. Sie spricht über das, was möglich bleibt. Über ihre Ziele. Über die Menschen, die ihrem Leben Farbe geben. Und über das, was sie schon geschafft hat.

ECHT. MENSCHLICH. MITEINANDER.

Helfen Sie Menschen nach einem Schicksalsschlag dabei, neuen Lebensmut zu fassen und Perspektiven zu entwickeln.

Sassy war einmal eine echte Sportskanone. Die lebenslustige junge Frau absolvierte eine Ausbildung im Hotelbereich, arbeitete im Marketing und war beruflich viel unterwegs. Sie fuhr gerne Auto und jobbte mit Begeisterung als Ski- und Snowboardlehrerin in der Wintersportschule ihrer Eltern. Bewegung gehörte zu ihrem Leben wie die Luft zum Atmen.

Doch 2019 ändert sich alles. Es beginnt mit heftigen Kopfschmerzen. Dann kommen motorische Probleme hinzu. Sassy kann ihren Fuß nicht mehr richtig heben. Im Februar 2020 verliert sie morgens nach dem Aufstehen das Gleichgewicht. Sie stürzt, schlägt mit dem Kopf gegen die Heizung und kann nicht mehr aufstehen. Wenige Tage später wird sie notoperiert. Die schockierende Diagnose: ein Gehirntumor, groß wie ein Handteller.

Der erste Teil des Tumors wird entfernt. Doch Sassy kann nach der Operation weder sprechen noch gehen. „Die Ärzte hatten mich darauf vorbereitet, trotzdem war mir nicht bewusst, welche lange Reise danach vor mir liegen würde und bis heute liegt“, erzählt sie.

Sassy in einer Hängematte an einem See

Schritt für Schritt zurück ins Leben

Sassy ohne Rollstuhl aber mit Gehhilfe

Monate voller Reha, Training und unzähliger Übungen folgten. Sassy lernt das Sprechen, Schreiben und Gehen neu. Doch noch bevor sie sich vollständig erholen kann, wird ein zweiter Tumor entdeckt. Im Juni wird er entfernt – wieder beginnt ein langer Reha-Prozess.

Die Familie kämpft gemeinsam. „Jeder hat mit angepackt“, erzählt ihre Mutter Elena. „Der eine hat mit ihr die Sprache geübt, der andere das Schreiben, der nächste das Gehen.“ Doch bald spürt die Familie: Allein schaffen wir das nicht. „Man braucht ein Netzwerk, professionelle Unterstützung und Menschen, die mitdenken“, erklärt Elena.

All das findet sie bei der Pfennigparade. „Wohnen, Betreuung, Therapie, Fahrdienste, Arbeit und Rehabilitation greifen ineinander. Sassy kann ihre Reha-Maßnahmen mit ihrem Alltag und ihrer Arbeit verbinden. Das wäre in anderen Strukturen kaum möglich“, so Elena.

Aufgehoben in der Pfennigparade

Ihre eigene kleine Wohnung bei der Pfennigparade ist für Sassy und ihre Familie heute mehr als nur eine barrierefreie Unterkunft. „Hier wurde sie aufgefangen. Und wir als Familie gleich mit“, sagt Elena. „Die Menschen hier sind längst wie eine zweite Familie geworden.“

Die Mitarbeitenden unterstützen Sassy dort, wo sie Hilfe braucht, fördern aber gleichzeitig ihre Selbstständigkeit. Jeder Fortschritt zählt. „Ein aktueller Erfolg ist, dass ich inzwischen selbstständig in die Badewanne komme. Das sind vielleicht kleine Schritte für andere Menschen, für mich sind es große Erfolge“, erzählt Sassy.

Sassy in ihrer Küche

Ich arbeite nicht nur auf ein großes Ziel hin, sondern setze mir viele kleine Etappenziele.

Sassy, arbeitet und wohnt bei der Pfennigparade

Sassy kämpft für ihren Traum vom selbständigen Leben

Sassy an der Sprossenwand

An einem ganz besonderen Traum arbeitet sie mit aller Kraft: Sie möchte wieder selbstständig laufen. Dafür trainiert sie täglich, macht Stehübungen, arbeitet an ihrer Beweglichkeit und nutzt jede Möglichkeit, um weiterzukommen.

„Ich möchte mich selbst in meiner Wohnung bewegen, mein Essen selbst zubereiten und meinen Alltag möglichst eigenständig gestalten. Dabei arbeite ich nicht nur auf ein großes Ziel hin, sondern setze mir viele kleine Etappenziele. Das hilft mir, dranzubleiben und Fortschritte zu sehen.“

Auch Autofahren möchte sie wieder. Und sie wünscht sich einen Hund. Ihre Träume geben ihr die Kraft, weiterzumachen.

Mit Unterstützung der Pfennigparade fährt Sassy heute sogar wieder Ski – im Sitzen, mit sogenannten Bi-Skis. Die Skischule ihrer Familie und die Pfennigparade organisieren seit einigen Jahren gemeinsam ein Para-Wintersport-Event, damit auch andere Menschen mit Behinderung die Chance haben, gemeinsame Abenteuer im Schnee zu erleben.

Ermöglicht wird dieses Event unter anderem durch Spenden. Ein schönes Beispiel dafür, wie aus einem Schicksalsschlag manchmal etwas Neues entsteht, das auch im Leben anderer positive Wirkung entfaltet.

„Ich möchte anderen Menschen Mut machen“, sagt Sassy. „Auch wenn das Leben plötzlich völlig anders aussieht als geplant, kann es weitergehen. Vielleicht anders als vorher, aber trotzdem gut.“

Sassy bei der Arbeit in der Bücherkiste

Zuhause zwischen Büchern und Menschen

Sassy und Jan vor einem Bücherregal

Ein wichtiger Teil von Sassys neuem Leben ist die Bücherkiste im ChancenWerk der Pfennigparade. Dort arbeitet sie an der Kasse, sortiert Bücher, berät Kund*innen und ist oft die erste Ansprechpartnerin für Besucher*innen.

Für Jan, ihren Gruppenleiter, ist sie ein ganz wichtiger Teil des Teams. „Sassy steht immer wieder auf“, sagt er. „Egal wie schwer die Situation war. Diese Kraft und dieser Lebenswille sind unglaublich beeindruckend.“

In der Bücherkiste hat Sassy nicht nur einen Arbeitsplatz gefunden. Sie hat einen Ort gefunden, an dem sie echtes Miteinander erlebt: „Der eine kann gut rechnen, die andere kann gut organisieren. Manche können laufen, andere nutzen einen Rollstuhl. Gemeinsam ergänzt man sich. Es ist wie ein großes Zahnrad, in dem alle ineinandergreifen und sich gegenseitig unterstützen.“

Auch Elena ist glücklich, ihre Tochter in der Bücherkiste gut aufgehoben zu wissen: „Wenn ich sehe, mit wie viel Wärme, Respekt und Freundlichkeit Sassy begleitet wird, dann spüre ich: Das ist echt. Die Mitarbeitenden kümmern sich nicht nur um organisatorische Dinge. Sie sehen den Menschen. Sie glauben an Entwicklung. Sie machen Mut. Das hat uns durch viele schwere Jahre getragen.“

Sassy liebt die Atmosphäre zwischen den Bücherregalen, die Gespräche mit den Stammkund*innen und den Zusammenhalt im Team. Viele Menschen kommen wegen der Bücher und bleiben wegen der besonderen Stimmung. „Es entsteht ein sozialer Raum, in dem Freundschaften wachsen und Beziehungen entstehen“, berichtet Jan. „Gerade in einer Zeit, in der vieles immer schneller und anonymer wird, ist dieses Miteinander unglaublich wertvoll.“

Sassy am Empfang der Bücherkiste

Wir erleben hier eine Betreuung, die weit über das hinausgeht, was man erwarten würde.

Elena, Mutter von Sassy

Jeden Tag genießen – trotz aller Barrieren

Sassy mit ihrer Mutter im Park

Trotz aller positiven Entwicklungen kennt Sassy auch die Herausforderungen eines Lebens mit Behinderung. Dinge, über die andere Menschen nie nachdenken müssen, gehören für sie zum Alltag: Ist das Restaurant barrierefrei? Funktioniert der Aufzug? Gibt es eine geeignete Toilette? „Früher habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht“, sagt sie. „Heute merke ich, wie viele Barrieren es gibt.“

Gerade deshalb möchte sie zeigen, dass hinter jeder Behinderung ein Mensch mit Träumen, Zielen und Wünschen steht.

Einer ihrer größten Wünsche ist dabei verblüffend einfach: „Jeden Tag genießen“, sagt Sassy. „Und das Beste aus jedem Tag machen.“

Wer Sassy erlebt, bekommt den Eindruck, dass sie auf dem besten Weg dorthin ist.

Sassys Weg zeigt: Inklusion entsteht nicht von allein. Sie braucht Orte, Menschen, Zeit und die richtigen Hilfsmittel. Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass mehr Menschen wie Sassy selbstbestimmt leben, arbeiten und ihre Ziele verfolgen können.

Echt. Menschlich. Miteinander. Auch diese Geschichten bewegen:

Entdecken Sie weitere Menschen aus der Pfennigparade und erfahren Sie, wie Mut, Unterstützung und Gemeinschaft neue Wege eröffnen.