Brigita ist lebensfroh, kreativ und voller Tatendrang. Die Neunjährige besucht die konduktive Phoenix-Schule der Pfennigparade, nutzt einen Elektrorollstuhl und einen Sprachcomputer zur Kommunikation. Und sie arbeitet jeden Tag daran, ihrem großen Traum näherzukommen: selbstständig laufen zu können.
ECHT. MENSCHLICH. MITEINANDER.
Helfen Sie Menschen nach einem Schicksalsschlag dabei, neuen Lebensmut zu fassen und Perspektiven zu entwickeln.
Brigita lebt mit einer dyskinetischen Zerebralparese. Durch eine Sauerstoffunterversorgung bei der Geburt ist ihre Bewegungssteuerung beeinträchtigt. Gleichzeitig war für ihre Eltern früh erkennbar, wie aufmerksam, motiviert und lernfreudig ihre Tochter ist. 2018 zog die Familie von Kroatien nach München. Seit 2020 ist die Pfennigparade Teil ihres Alltags. Zunächst besuchte Brigita den Kindergarten, später wechselte sie an die konduktive Phoenix-Schule.
Hier profitiert Brigita von einem Konzept, das Unterricht und Therapien eng miteinander verbindet. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Schule gehen Hand in Hand.
Für Logopädin Katharina ist genau das eine der großen Stärken der Pfennigparade: „Hier werden die Therapien eng in den Schulalltag integriert. Die Therapeut*innen sind oft im Unterricht dabei und können ihre Arbeit individuell in den Alltag der Kinder einfließen lassen.“
Dadurch profitieren die Kinder nicht nur während einer einzelnen Therapiestunde, sondern den ganzen Tag über von den Förderangeboten.

Logopädie, die Selbstständigkeit ermöglicht

Katharina arbeitet seit zwei Jahren bei der Pfennigparade. Was sie an ihrer Arbeit besonders schätzt, ist die Möglichkeit, Kinder über viele Jahre hinweg begleiten zu können.
„Man sieht hier echte Fortschritte. Die Kinder übernehmen das, was sie in der Therapie lernen, in ihren Alltag. Dadurch werden sie selbstständiger, unabhängiger und freier.“
Mit Brigita trainiert Katharina die Mundmotorik, die Atmung und die Lautbildung. Aus einzelnen Lauten werden Silben, daraus Wörter und schließlich ganze Sätze. Für Brigita sind die Übungen anstrengend, denn sie braucht viel Kraft, um die Laute zu bilden. Dennoch übt sie unermüdlich.
Katharina beobachtet ihre Entwicklung mit großer Freude: „Mehrere Menschen haben mir bereits erzählt, dass man die Verbesserung ihrer Aussprache auch im Alltag hört. Das hat mich sehr stolz gemacht.“
Lernen mit Spaß und Bewegung
Eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt auch Brigitas Talker. Er sieht aus wie ein großes Tablet. Brigita schaut auf Symbole und Wörter auf dem Bildschirm, die das Gerät über ihre Augenbewegungen erkennt. Anschließend hört man die ausgewählten Begriffe über den Lautsprecher des Talkers.
Dabei ist der Talker mehr als nur eine technische Unterstützung: „Man kann sich den Talker wie ihren Wortschatz nach außen vorstellen. Er hilft dabei, Gedanken, Wünsche und Ideen auszudrücken“, erklärt Katharina.
Ob Farben benennen, Entscheidungen treffen oder Gespräche führen: Das Gerät ermöglicht Brigita, aktiv am Alltag teilzunehmen und selbstständig mit anderen Menschen zu kommunizieren. „Schon vor der Einschulung konnte sie ihren Sprachcomputer und ein Tablet sehr sicher bedienen“, erinnert sich ihr Vater.


Doch Logopädie findet bei Brigita nicht nur am Tisch statt. Viele Übungen werden spielerisch mit Bewegung verbunden.
Im Sensorikraum hüpft sie auf dem Trampolin, schaukelt oder spielt im Bällebad. Dass die Therapieräume der Pfennigparade mit so vielfältigen Geräten ausgestattet sind, ist unter anderem engagierten Spender*innen zu verdanken.
Währenddessen trainiert sie mit Katharina Laute, die viel Kraft in Lippen oder Zunge erfordern, etwa das „P“, „T“ oder „K“. „Ich mache die Übungen gerne“, erzählt Brigita mit Hilfe ihres Talkers.
Kleine Schritte, große Veränderungen
Brigitas Familie ist dankbar für die Fortschritte, die ihre Tochter dank der intensiven Förderung macht. Als kleines Kind konnte Brigita weder selbstständig sitzen noch krabbeln. Heute sitzt sie auf einem normalen Stuhl und kann mit Unterstützung laufen.
Das ermöglicht der Familie gemeinsame Erlebnisse, die so früher nicht denkbar gewesen wären. Ihr Vater Hrvoje erzählt „Wenn wir heute gemeinsam in ein Restaurant gehen, kann Brigita mit uns am Tisch sitzen. Wir können wie jede andere Familie gemeinsam essen. Das mag selbstverständlich klingen. Für uns bedeutet es sehr viel.“


Besonders beeindruckt ihn, wie konsequent seine Tochter nach Lösungen sucht. „Wenn sie etwas mit den Händen nicht machen kann, findet sie andere Wege. Sie nutzt ihre Füße, ihren Kopf oder andere Strategien.“
So malt und schreibt Brigita zum Beispiel mit den Füßen oder macht Musik mithilfe eines ausrollbaren Keyboards. „Die Mitarbeitenden hier machen einen großartigen Job“, findet Hrvoje. „Die Schule ist ein Ort, an dem Brigita sich sicher und glücklich fühlt.“
Eine Lehrerin fürs Leben
Doch nicht nur Brigita lernt von Katharina und den anderen Therapeut*innen an der konduktiven Phoenix Schule. Mit ihrer lebensbejahenden Einstellung ist Brigita selbst eine Inspiration für andere:
„Sie ist ein unglaublich lebensfrohes Kind und begegnet jedem Tag mit einer positiven Einstellung“, berichtet Katharina.
Brigitas größter Wunsch ist es, eines Tages selbstständig laufen zu können. Dafür trainiert sie mit Ausdauer, Geduld und viel Motivation. Ihre Familie unterstützt sie dabei genauso engagiert wie die Mitarbeitenden der Pfennigparade.
„Ich wünsche mir, dass Brigita ein erfülltes Leben führt, dass sie Freundschaften pflegt, Liebe findet und ihren eigenen Weg gehen kann“, sagt ihr Vater voller Optimismus.
Und dann fügt er noch einen Satz an, der Brigita vielleicht besser beschreibt, als jeder andere. „Es gibt Situationen, die unmöglich erscheinen. Und dann kommt Brigita und zeigt, dass sie trotzdem einen Weg findet.“

Brigitas Weg zeigt: Inklusion entsteht nicht von allein. Sie braucht Orte, Menschen, Zeit und die richtigen Hilfsmittel. Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass mehr Menschen wie Brigita selbstbestimmt leben, arbeiten und ihre Ziele verfolgen können.
Unterstützen Sie Menschen wie Brigita auf ihrem Weg.
Schon ein kleiner Betrag ermöglicht viel.
Echt. Menschlich. Miteinander. Auch diese Geschichten bewegen:
Entdecken Sie weitere Menschen aus der Pfennigparade und erfahren Sie, wie Mut, Unterstützung und Gemeinschaft neue Wege eröffnen.